Anfang Juni hat die OECD eine Studie über Subventionen veröffentlicht. Darin wirft sie dem chinesischen Staat vor, die Unternehmen in den jungen zukunftsträchtigen Branchen („emerging industries“) wie Solar, Wind, Chips, Batterien und E-Autos massiv zu unterstützen – und zwar in Form von günstigen Krediten und Steuererleichterungen. Diesem Vorwurf widerspricht nun eine Studie zweier Forscher des Thinktanks China Finance 40 Forum (CF 40). Zhu He und Guo Kai haben die Jahresberichte von 5300 chinesischen Börsenunternehmen in dem Zeitraum 2018 bis 2025 durchforstet und kamen dabei zu dem Ergebnis: „China‘s emerging industries are not especially debt-dependent, do not rely mainly on long-term bank credit, and receive only a minority share of government subsidies.“ Die meisten staatlichen Subventionen würden in die alten Industrien fließen, vor allem in die staatlichen Infrastrukturkonzerne der Branchen Bau, Energie und Verkehr. Die „new economy“ hingegen finanzierte sich vor allem aus dem Cash-flow und durch Venture Capital sowie Private Equity.
Info:
Der Report von Zhu He und Guo Kai ist hier ins Englische übersetzt: https://cf40research.substack.com/p/why-the-oecds-subsidy-centric-narrative