Vor rund einem Jahr habe ich die tolle ZDF-Reportage über die chinesische Megastadt Chongqing gelobt. Autorin war damals Miriam Steiner. Nun ist sie wieder (positiv) auffällig geworden. Diesmal zusammen mit Elisabeth Schmidt. Die beiden Kolleginnen arbeiten zusammen im ZDF-Studio Beijing. Anfang des Jahres wurde ihr Zweiteiler „The Chinese Dream – 24 Stunden junges China“ ausgestrahlt. Der erste Teil beschrieb „Ein Tag mit Paintboxern, Influencern und Millionären“, der zweite Teil „Eine Nacht mit Rockstars, Rebellen und Prinzessinnen“. Die beiden jeweils 45minütigen Sendungen zeichneten das Porträt einer sehr diffusen und diversen jungen chinesischen Generation, die die roten Linien der Führung kennt, aber unterhalb dieser Linien versucht sich auf die unterschiedlichste Art auszutoben. Der Film von Schmidt und Steiner beschreibt die Träume, Hoffnungen und Ziele dieser Generation, die anders tickt als ihre Eltern. Dabei lassen die beiden Autorinnen ihre Protagonisten ausführlich zu Wort kommen. Das Meinungsspektrum dabei ist breit. Während die Optimistin sagt: „Ich habe das Gefühl, dass ich alles versuchen kann und alles erreichen kann, was ich mir vornehme“, sagt der Pessimist: „Ich will keine Arbeitsmaschine werden, sondern eine interessante Seele.“ Solche – leider seltene – Sendungen aus dem Alltag bringen einem China viel näher als die vielen politischen Features, in denen Außenstehende erklären, wie angeblich Chinas Führung tickt.
Info:
Hier die Links zu den beiden Teilen der ZDF-Sendung: https://www.zdf.de/video/reportagen/the-chinese-dream-24h-junges-china-100/aj-chinese-dream-24h-junges-china-beitrag-100 und