BUCH I Afrika

Chinas Einfluss in Afrika ist gewaltig. Das Land baut dort Infrastruktur – Bahnen, (Flug-)Häfen, Krankenhäuser, Straßen, aber auch Paläste für die Herrschenden. Als Gegenleistung bekommt China viele der benötigten Rohstoffe. Das ist alles bekannt. Weniger bekannt ist dagegen Chinas Einfluss auf die afrikanischen Medien und damit auf die Meinungsbildung auf dem Kontinent. Emeka Umejei hat darüber ein Buch geschrieben. Es basiert auf Interviews mit Journalisten aus 14 afrikanischen Ländern. Autor Umelej ist Medienwissenschaftler, hat aber zuvor über zehn Jahre lang als Journalist gearbeitet. Dem Newsletter Lingua Sinica hat er gerade ein Interview gegeben. Er spricht darin von vo einem „sophisticated web of partnerships with local media and governments and training programs for journalists”. Gerade Letzteres kennt er aus eigener Erfahrung. Er habe von seiner Zeitung über 15 Monate kein Gehalt bekommen. Wenn in einer solchen Situation ein Angebot aus China kommt, könne man nicht nein sagen: „You have the opportunity to go to China. They’ll pay for your ticket and everything. Everyone is happy.” Man habe aber bei diesen Programmen aber wenig über Journalismus erfahren. Wenn man zurück ist, wird man einer WhatsApp-Gruppe hinzugefügt: „The Chinese embassy uses that group top dissenimate information and talking points.“ Die Kollegen in dieser App hätten dann meist die Schere im Kopf: „You won’t write anything negative about China because you’re always thinking about the next training trip.”  

Info:

Emeka Umejei: China in Africa Media: Between Influence Operations and Decolonization, Bloomsbury, 194 Seiten, rund 100 Euro.

Und hier das Interview mit Lingua Sinica: https://lingua-sinica.org/we-thought-we-were-going-to-learn-about-journalism/

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