Die Europäer wenden sich immer mehr von den USA ab und plädieren für eine stärkere europäische Unabhängigkeit. Das ergab eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die im März 2026 durchgeführt wurde. 73 Prozent der Befragten sagten, die EU sollte ihren eigenen Weg gehen nach Jahrzehnten enger Kooperation mit den USA. Eine Mehrheit von 58 Prozent betrachtet die USA auch nicht mehr als vertrauenswürdigen Partner, nur noch 31 Prozent nennen die USA als wichtigsten Alliierten. All diese eben genannten Zahlen sind gegenüber den Umfragen aus dem Jahre 2024 deutlich gestiegen. Die Abneigung gegenüber den USA schlägt sich aber nicht in einer Zuneigung zu China nieder. Nur neun Prozent sehen China als „most valuable ally“. 61 Prozent sehen Chinas globalen Einfluss negativ. Dabei gibt es regionale und altersmäßige Unterschiede. So wird China in den Südländern Spanien, Portugal und Italien nicht so negativ gesehen. Ebenso tendieren die Jüngeren (18.-35 Jahre) zu einer positiveren Betrachtung Chinas als die Älteren (56-69). 61 Prozent der Europäer sagen, ihr Land sei abhängig von China, in Deutschland gar 80 Prozent. 77 Prozent sprechen sich für eine Reduzierung der Abhängigkeit aus, auch wenn das mit wirtschaftlichen Kosten verbunden sei.
Info:
Hier eine Zusammenfassung der Bertelsmann-Umfrage: https://bst-europe.eu/europe-in-the-world/europes-call-for-greater-independence/