Dass in Staatsunternehmen Staat und Partei das Sagen haben, ist per definitionem klar. Aber wie sieht deren Einfluss in den privaten Unternehmen aus, die inzwischen das Rückgrat der chinesischen Wirtschaft bilden? Mit dieser Frage setzten sich die beiden dänischen Ökonomen Kjeld Erik Brodsgaard und Kasper Ingeman Beck (Copenhagen Business School) auseinander. Das Ergebnis ihrer Forschung wurde soeben im Journal of Current China Affairs veröffentlicht. Der 28seitige Aufsatz „The Party in Chinese Private Business“ gibt Einblicke auf den Einfluss der Kommunistischen Partei in vier chinesischen Privatunternehmen. Alle vier Case Studies sind in Guangdong angesiedelt: CVTE (Elektronik), NetEase (Internet), Lion TCR (Biotech) und Haoyuan Group (Tourismus Resorts). Die beiden Forscher kommen zu dem Schluss, dass der Einfluss der KP zugenommen hat, vor allem unter Xi Jinping. Sie konstatieren „an evolving CCP strategy that has shifted from a nominal presence in private enterprises to a more structured and integrated approach under Xi Jinping, especially after 2018.” Einerseits würde sich der Staat zurückziehen, aber die Partei füllte die Lücke. Die Autoren sind deshalb der Meinung, dass man nicht mehr – wie bisher – von einem „state capitalism“ in China sprechen sollte, sondern von einem „party-state-capitalism“.
Info:
Hier kann man die Studie im Journal of Current China Affairs nachlesen: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/18681026261445459