REPORT I MENA-Region

Chinesische Auto- und Batteriehersteller entdecken zunehmend die Region Middle East and North Africa (MENA), und zwar sowohl als Absatzmarkt als auch als Produktionsstandort. In beiden Fällen treten sie in Konkurrenz zu europäischen Herstellern. Über diese Entwicklung berichtet der Policy Brief 21 des European Council on Foreign Relations (ECFR). Besonders zwei Länder in der Region profilieren sich dabei als neue Standorte: Marokko und die Türkei. „Morocco has emerged as an important focus for Chinese investment”, heißt es in dem 21seitigen Report. Bis Ende des Jahres soll die Giga-Fabrik des chinesischen Batterieherstellers Gotion High Tech in Kenitra fertiggestellt sein. Das wäre dann die größte Batteriefabrik in Afrika. Marokkos Ambition sei es „to become a global EV battery hub”. Marokko hat einen großen Standortvorteil, weil es die größten Phosphat-Vorkommen hat. Dieser Rohstoff ist vor allem für die Produktion von Lithium-Iron-Phosphat-Batterien wichtig. Aber auch als Autoproduzent wird Marokko mit Chinas Hilfe mmer wichtiger – ebenso wie die Türkei. BYD will dort eine Fabrik für Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge mit einer Jahreskapazität von 150 000 Autos bauen. Chery plant eine Fabrik in ähnlicher Dimension. Das hat Folgen für die EU, mit der die Türkei eine Zollunion bildet. Die chinesischen Autos Made in Turkey könnten so zollfrei in die EU importiert werden.

Info:

Hier der ECFR-Policy Brief 21 „EV Endgame: Stalling China’s Export Surge in Europe´s Southern neighbourhood”: https://ecfr.eu/publication/ev-endgame-stalling-chinas-export-surge-in-europes-southern-neighbourhood/

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