Die Feiertage um den ersten Mai sind in China traditionell Tage, in denen neue Filme herauskommen und viele Chinesen in die Kinos strömen. Das war auch dieses Jahr so. Zwischen dem 1. und 5. Mai schauten sich 20,8 Millionen (Vorjahr: 18,9 Millionen) Chinesen vor allem neue Filme an. Die meisten Besucher lockte der Thriller „Vanishing Point“ an. Danach folgte der Hongkong-Actionfilm „Cold War 1994“ und der internationale Hit „The Devil Wears Prada 2“. Die Überraschung war der fünftplatzierte Film „Dear You“ (Chinesisch:给阿嬷的情书). Er erhielt auf Douban die höchste Bewertung aller Premierenfilme, nämlich 9 von möglichen zehn Punkten. Überraschend deshalb, weil es ein Low-Budget-Film ist, der zum Teil mit Laienspielern besetzt wurde und in dem zu 95 Prozent Chaoshan-Dialekt gesprochen wird. Chaoshan (auch Teochew) ist eine Gegend in der Provinz Guangdong. Von dort sind früher viele Bewohner auf der Suche nach einem besseren Leben nach Südostasien ausgewandert. So auch der Ehemann der Hauptdarstellerin Großmutter Ye Shurou. Er lebt in Thailand und schreibt regelmäßig Briefe, die auch Geld enthalten. Diese Briefe werden qiaopi (qiao=im Ausland lebend, 桥; pi=Notiz 批) genannt. Diese Briefe spielen eine wichtige Rolle in den Beziehungen zwischen den Auslandschinesen und den in China Zurückgebliebenen. In diesem Film macht sich der Enkel von Ye Shurou auf die Suche nach seinem Großvatersin Thailand und muss dort feststellen, dass er längst tot ist und die Briefe von einer Freundin geschrieben wurde. Es ist ein sehr sentimentales Stück, das viele Besucher zu Tränen rührte.
Info:
Hier der Trailer (in Chinesisch): https://www.youtube.com/watch?v=9BujTA75k7Q