1964 startete China seine ersten Atomwaffenversuche. In den Jahrzehnten danach beschränkte sich die Atommacht China bei der Entwicklung und Produktion von Atomwaffen. Doch „as China has grown rich and powerful, its adherence to its earlier, more restricted nuclear doctrine has weakened“. Das schreibt Tong Zhao, Atomwaffenexperte bei Carnegie Endowment, in China Books Review (7. Mai). Dort bespricht er drei Bücher über Chinas Atomwaffenpolitik. Zwei sind kürzlich erschienen. Das ist zum einen „Under the Nuclear Shadow – China‘s Information-Age Weapons in International Security“ von der in den USA lebenden australischen Wissenschaftlerin Fiona Cunningham. Zum anderen erzählt Hui Zhang (Harvard University) in „The Untold Story of China‘s Nuclear-Weapon Development and Testing” die Geschichte des chinesischen Atomwaffenprogramms, das unter Mao erst nur zögerlich in Angriff genommen wurde, dann aber in Zeiten des Kalten Kriegs ausgebaut wurde. Unter Deng Xiaoping wurden die atomaren Ambitionen wieder etwas zurückgesteckt, ehe in den vergangenen Jahren ein massiver Ausbau des Atomwaffenarsenals stattgefunden hat. Tong Zhao zitiert US-Quellen, wonach die Zahl der chinesischen atomaren Sprengköpfe von 200 (2019) auf 600 (2025) gestiegen sei. Diese Zahl soll bis 2030 auf über 1000 wachsen. Das dritte besprochene Buch ist ein autobiographischer Roman von Shijie Wei, der als 23jähriger Physiker in der Base 221 landete, wo China im fernen Qinghai sein Atomforschungsprogramm entwickelte. 26 Jahre lang arbeitete Wei dort. Sein Buch gibt – allerdings in Chinesisch – seltene Einblicke in diese abgeschottete Welt.
Info:
Hier der Artikel von Tong Hao in China Book Review: https://chinabooksreview.com/2026/05/07/the-bomb-is-back/
Fiona Cunningham: Under the Nuclear Shadow – China’s Information-Age Weapons in International Security, Princeton University Press, 400 Seiten, 35 $.
Hui Zhang: The Untold Story of China’s Nucelar-Weapon Development and Testing, MIT Press, 352 Seiten, rund 34 Euro.
Shijie Wei: Youth in the Forbidden Zone, Beihang University Press.