Am vergangenen Samstag startete die „2026 Jiangsu Football City League“ (kurz: Su Super League) in ihre zweite Saison. Sechs Spiele standen auf dem Programm, darunter das Eröffnungsspiel Changzhou gegen den letztjährigen Finalisten Nantong. Über 40 000 Zuschauer sahen im Changzhou Olympic Sports Center die Eröffnungsfeier und das anschließende Spiel, in dem der Außenseiter Changzhou überraschend mit 3:0 gewann.
Wieder beteiligen sich an der Liga 13 Städte aus der Provinz Jiangsu.Diese 13 Teams spielten bereits im vergangenen Jahr in diesem Wettbewerb, der unabhängig vom chinesischen Fußballverband als Grassroot-Bewegung begann und zu einem sensationellen Erfolg wurde. Insgesamt 2,43 Millionen Zuschauer kamen zu den Spielen. Das waren im Schnitt mehr als 28 000 Zuschauer. Alleine das Finale zwischen Nantong und dem Sieger Taizhou sahen in Nanjing exakt 62 329 Fans.
Es hat sich – für chinesische Verhältnisse bislang ungewöhnlich – ein regelrechter Fan-Tourismus entwickelt. Die Fans reisten in Scharen zu den Auswärtsspielen ihrer Mannschaft. Viele bekamen keine Plätze mehr in den Stadien. Deshalb wurden viele Public-Viewing-Möglichkeiten geboten, bei denen man gleichzeitig schauen und essen konnte.
Dieses Jahr gibt es einige neue Regelungen. So werden alle Spiele bis zum 19. September immer samstagabends gespielt. Die ersten acht Teams kommen dann in die Ko-Runde. Was die Spieler anbetrifft, gibt es strengere Regeln: Es dürfen nur zwei Profi-Spieler eingesetzt werden. Auch müssen die Teamchefs nachweisen, dass sie in der Stadt, für die sie spielen, auch registriert sind. Zudem müssen sechs Spieler unter 22 Jahre alt sein.
Neu ist auch das starke Engagement von Sponsoren. Unter anderem hat sich der deutsche Sportartikelhersteller Adidas mit angeblich rund 100 Millionen Yuan als offizieller strategischer Sponsor engagiert. Adidas rüstet alle 13 Teams mit Bekleidung und Schuhen aus.
Organisiert wird die Su Super League von dem Jiangsu Provincial Sports Bureau und den Stadtregierungen der teilnehmenden Städte. Der Fußballverband bleibt weiter außen vor. Er tut sich nach wie vor schwer, diesen außerhalb seiner Organisation
entstandenen Wettbewerb zu akzeptieren. Volle Unterstützung bekommt die League allerdings von den staatlichen Stellen. Selbst beim Nationalen Volkskongress war der Wettbewerb ein Thema. Allerdings wurde dort das Tournament eher unter wirtschaftlichen als sportlichen Gesichtspunkten betrachtet, nämlich – so China Daily – als „powerful new driver of consumption“. So nahmen die Umsätze im Einzelhandel an den Spieltagen in den Spielorten um knapp 35 Prozent zu.
Inzwischen hat die Su Super League einige Nachahmer in anderen Provinzen gefunden. So startete am 12. April die Hubei Football City League mit Auswahlteams aus 17 Städten der Provinz. 16 Städte beginnen am 18. April in der Shandong Qilu Football Super League und mit 21 Städten legt die Guangdong City Football Super League los. Im Mai beginnt dann die Northeast Super League, bei der acht Mannschaften aus den vier Provinzen Liaoning, Jilin und Heilongjang sowie der Inneren Mongolei um den Titel kämpfen. Im Team von Shenyang wird übrigens Freestlye-Skiing-Olympiasieger Wang Xindi mitspielen.
Info:
Hier Eindrücke vom ersten Spieltag der Su Chao: https://www.youtube.com/watch?v=tqe7up41QM0&t=75s