REPORT I Autoindustrie

Mit der chinesischen Autoindustrie beschäftigt sich ein Policy Brief der Friedrich-Ebert-Stiftung. Autor Boy Lüthje, ein emeritierter Professor der Sun Yat-sen Universität in Guangzhou, beschreibt – so der Titel des 26seitigen Reports – „The producers of China’s new energy vehicles (NEV) and their positioning for international markets“. Für ihn hat durch das Aufkommen der E-Autos ein Wachwechsel in der chinesischen Autoindustrie stattgefunden. Es dominierten nicht mehr die traditionellen Joint-Ventures – gebildet aus großen Staatsunternehmen und global Players aus dem Westen. Im NEV-Sektor seien vielmehr private, kleinere Staatsunternehmen und einzelne ausländische Unternehmen führend.  Mit dem Aufkommen dieser Unternehmen habe sich auch die Produktion von Autos verändert. Der Fordismus aus den 1920er Jahren und das Toyota-Modell der 1990er Jahre gehörten der Vergangenheit an. Der Autor sieht eine „transition from the vertically integrated supply pyramids at the traditional car makers towards a model of network-based mass production similar to the IT-industry.”

Bei diesem Übergang sieht er die chinesischen Hersteller vorne: „China is at the forefront of this transition and major Chinese players are in key positions to reshape industry structures.” Der Report ist deshalb lesenswert, weil hier jemand den Erfolg der chinesischen Hersteller nicht nur auf einen unfairen Wettbewerb durch Subventionen reduziert, sondern den Erfolg mit einem neuen Industriemodell erklärt.

Info:

Den Policy Brief der Friedrich-Ebert-Stiftung kann man hier herunterladen: https://collections.fes.de/publikationen/content/titleinfo/1972491

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