Durch eine Rezension in der NZZ bin ich auf ein Werk des Lyrikers Yang Lian gestoßen. Er gilt als eine der wenigen noch hörbaren Stimmen der chinesischen Exil-Literatur. Yang wurde 1955 als Sohn eines Diplomaten in der Schweizer Hauptstadt Bern geboren. Er wuchs in Beijing auf, begann früh zu schreiben und gelangte schon in den 80er Jahren zu einer gewissen Berühmtheit. Die Ereignisse von 1989 erlebte er aus der Ferne Neuseelands, wo er ein Stipendium hatte. Doch das Massaker
auf dem Tiananmen ging ihm sehr nahe, so dass er mit China brach und fortan als Exilliterat schrieb. Er übersetzte George Orwells „1984“ und „Die Farm der Tiere“ ins Chinesische. Und er veröffentlichte über ein Dutzend Gedichtbände, die in Chinesisch aber nur in Taiwan erschienen. Drei davon wurden ins Deutsche übersetzt: „Aufzeichnungen eines glückseligen Dämons“ (2009), „Konzentrische Kreise“ (2013) und vergangenes Jahr „Im Einklang mit dem Tod“. Als Übersetzer fungierten unter anderem Karin Betz und Wolfgang Kubin.
Info:
Yang Lian: Im Einklang mit dem Tod, Palm Art Press, 247 Seiten, 37,90 Euro.
Und hier die Rezension in der NZZ: https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/der-chinesische-traum-als-albtraum-der-menschheit-yang-lians-essaysammlung-im-einklang-mit-dem-tod-ld.1931167