Chinas Kredite an afrikanische Staaten sind in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen. Betrug zwischen den Jahren 2022 und 2018 die jährliche Kreditsumme meist mehr als zehn Milliarden Dollar, so betrug sie im Jahr 2024 nur noch knapp 2,1 Milliarden Dollar. Diese Zahlen gab die Global China Initiative (GCI) der Boston University in ihrem Policy Brief 028 bekannt. Die GCI hat eine der umfangreichsten Datenbanken über Chinas finanzielles Engagement in Afrika. Der Policy Brief trägt den Titel „Selective Engagement and Strategic Retooling“ und nennt damit auch zwei Gründe für den Rückgang der Kredite. Es findet – sowohl, was die Branchen als auch die Empfängerländer anbetrifft – eine Konzentration statt. Es werden weniger Energiegewinnungs – und auch ICT-Projekte unterstützt. Stattdessen gibt es Gelder für Energieübertragungssysteme und Verkehrsprojekte. In dem Report heißt es: „It illustrates a pivot from generation and fossil fuels to grid infrastructure.“ Bei den Empfängerländern hat sich ein kleiner Kreis gebildet. An der Spitze steht mit weitem Abstand Angola. Das Land erhielt 2024 rund 1,45 Milliarden Dollar. Dahinter folgen mit wesentlich kleineren Beträgen Kenia, Ägypten, die Demokratische Republik Kongo und der Senegal. Schlussfolgerung der vier Autoren: „Overall, China continues to focus on a smaller set of borrowers with lower risk tolerance.”
Info:
Hier kann man den Policy Brief der Boston University herunterladen: https://www.bu.edu/gdp/files/2026/01/GCI-PB-28-CLA-2026-EN.pdf