WIRTSCHAFT I Die besten Privatunternehmer Chinas

Seit über 20 Jahren erstellt die chinesische Ausgabe des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes eine Liste der besten CEOs. Wobei – das ist wichtig zu vermerken – nur Vorstandschefs von börsennotierten Unternehmen in die Wertung kommen.

Damit kommen die Bosse von Staatsunternehmen nicht in die Wertung. Zwar sind einige Staatsunternehmen an den Börsen notiert, aber die Mehrheit ist stets in Staatshand. Das Forbes-Ranking der Top 50 CEOs gibt deshalb vor allem einen guten Überblick über die Situation der chinesischen Privatwirtschaft. Interessant ist bei der aktuellen am 10. Juli veröffentlichten Liste die hohe Fluktuation. Die Hälfte der 50 Auserwählten ist neu auf der Liste. 19 waren schon letztes Jahr dabei, sechs sind Rückkehrer. An der Spitze stehen allerdings die bekannten Namen: Lei Jun (Xiaomi), Wang Chuanfu (BYD) und Pony Ma (Tencent). Unter den Neuen sind vor allem viele Chefs von Unternehmen der Konsumgüterbranche. Zu nennen sind hier vor allem:

  • Wang Ning (Pop Mart), der Aufsteiger des Jahres. Der 38jährige Wang hat mit seinen kleinen Spielzeug-Figuren, die er in sogenannten Blind Boxes anbietet, einen weltweiten Hype ausgelöst. Bekannteste und beliebteste Figur ist Labubu. Wang hat es geschafft, ein Spielzeug zu einem Sammlerstück zu machen.
  • Zhang Hongfu (Mixue). Mixue ist eine Kette, die in über 45 000 Filialen verschiedene Getränke verkauft – von Bubble Tea über Limonaden bis zu Kaffee. Außerdem wird auch Eis zu unschlagbar günstigen Preisen verkauft. Das Unternehmen wurde bereits 1999 von Zhang Hongchao, dem Bruder von Zhang Hongfu, gegründet.  Hongfu stieg 2007 in das Unternehmen ein und ist derzeit CEO. Sein Vermögen wird auf knapp 10 Milliarden Dollar taxiert.
  • Xu Gaoming (Laopu Gold). Das Goldschmuckunternehmen Laopu Gold wurde von dem 60jährigen Xu Gaoming gegründet. Das Unternehmen betreibt auch eigene Läden. Der erste wurde 2009 in Beijings Einkaufsstraße Wangfujing eröffnet. Inzwischen wird Laopu als „Hermès of gold jewelry“ betitelt.
  • Wang Yun´an (GoodMe, oder Guming). Der 38jährige Wang begann vor 13 Jahren in seiner Heimatstadt Daxi nahe Shanghai mit einem kleinen Shop, der frische Säfte verkaufte. Inzwischen hat er über 10 000 Filialen, die Tee und andere Getränke anbieten. Sie sind meist in kleineren Städten und werden als Franchise betrieben.

Ein weiterer auffallender Trend – neben der zunehmenden Dominanz der Konsumgüterbranche – ist das Erscheinen von vielen jungen Gesichtern auf dieser Liste. Noch nie hat es so viele junge CEOs in diesem Ranking gegeben – damit sind Personen gemeint, die in den 1980er Jahren oder später geboren wurden. Einer sticht dabei besonders hervor: Zhang Junjie, der Chef der Teekette Chagee. Gerade mal 30 Jahre alt, hat er seit 2017 ein Imperium aufgebaut, zu dem inzwischen über 6700 Teehäuser gehören. Sie sind in elegantem, aber minimalistischem Design gehalten. Zhang, der keine Uni besucht hat, ist mit seinem Unternehmen auf aggressivem Expansionskurs – auch außerhalb Chinas und dort vor allem in Südost-Asien.

Info:

Hier die Forbes-Liste der Top 50 CEOs (in Chinesisch): https://www.forbeschina.com/leadership/70114

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