ARTIKEL I Taiwan

Einen Kontrapunkt zu den alarmistischen Büchern und Artikeln, die bald einen chinesischen Angriff auf Taiwan prophezeien, setzen die beiden Autorinnen Amanda Hsiao (Eurasia Group) und Bonnie S. Glaser (German Marshall Fund) in ihrem Artikel „Why China Waits“, erschienen auf Foreign Affairs Online (8. Mai). Sie schreiben: „These speculations misunderstand Beijing’s strategy.“ Beijings Strategie sei, „to unify with Taiwan at the lowest possible cost, and it currently believes that unification will become easier and less costly as time passes.” Ein größerer militärischer Konflikt mit den USA wegen Taiwan könnte hingegen “a costly failure” für China sein. Die Strategie des geduldigen Warten-Könnens basiert „on the conviction that the balance of powers is tilting in its favor against Washington”. Chinas Führung sieht sich zunehmend in einer besseren Position als die USA. Aber die Strategie der Geduld wirke nur so lange wie Washington und Taipei „do not take meaningful steps toward formalising Taiwan‘s independence.“ Aber dies sei vom derzeitigen Präsidenten Lai Chung-te nicht zu erwarten, den China als schwach einstufe, zumal dieser gegen eine Parlamentsmehrheit von KMT und TPP regieren muss. Und auch vom derzeitigen US-Präsidenten Trump nicht, der sich zu Taiwan widersprüchlich und nicht klar äußert. Die beiden Autorinnen halten es für möglich, dass Xi dem US-Präsidenten ein neues Wording abringen könne: Statt – wie bisher – zu sagen „it does not support Taiwan‘s independence“ könnten die USA künftig ein stärkeres „it is opposed to“ benutzen. Allerdings könnte sich im Jahr 2028 vieles ändern, denn dann wird erst im Januar der neue Präsident Taiwans und im November dann der Trump-Nachfolger gewählt. 

Info:

Hier der Artikel von Hsiao und Glaser in Foreign Affairs: https://www.foreignaffairs.com/taiwan/why-china-waits

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