Im Westen werden die Beziehungen zwischen China und Russland meist als asymmetrisch beschrieben: Ein dominantes China beherrsche den „Juniorpartner“ Russland. Die Asymmetrie mag zwar wirtschaftlich stimmen, aber „political and ideological symmetry remains the core principles of their partnership“. Diese These vertritt der Sinologe und Politikwissenschaftler Thomas Heberer (em. Professor der Uni Duisburg-Essen) in seiner Studie „The Illusion of a Hierachy in Sino-Russian Relations“. Er schreibt, dass trotz des wirtschaftlichen Ungleichgewichts „the two countries appear to complement each others politically“. Beide seien gegen die westliche Hegemonie und stellen dieser eine neue multipolare Weltordnung gegenüber. Allerdings hätten sie keine gemeinsame Vision, wie diese neue Weltordnung aussehen könnte. Russland plädiert für eine „World Majority“, eine Gemeinschaft von nicht-westlichen Staaten. China vertritt hingegen mit seinem Konzept der „common future of humanity“ einen kooperativen Ansatz. Heberer sieht China und Russland nicht in einer Allianz, „and certainly not in a military one“. Er bezeichnet das Verhältnis der beiden Staaten stattdessen als „a strategic partnership, which entails no hierarchy or strict obligations, but is based on political sovereignty and ideological independence“. Angesichts dieser Tatsache kommt er zu dem Schluss: „Western assumptions that China could excute political pressure on Russia due to economic asymmetry are ultimately misleading.“
Info:
Hier kann die Studie von Thomas Heberer heruntergeladen werden: https://www.uni-due.de/imperia/md/content/in-east/about/publications_green_series/paper141-2026.pdf