REISEN I Neue Verbindungen zwischen China und Nordkorea

Nordkorea ist eines der verschlossensten Länder der Welt. Wenn man dorthin gelangen will, ist fast die einzige Möglichkeit der Weg über China. Voraussetzung ist allerdings, dass man ein Visum für die – so die korrekte Schreibweise – Demokratische Volksrepublik Korea bekommt – und das ist derzeit schwierig bis unmöglich. Neuerdings gibt es jedoch wieder Hoffnung, denn gleich zwei Routen von China nach Nordkorea wurden in diesem Monat wieder eröffnet – eine auf den Schienen, die andere in der Luft. Seit dem 12. März fährt wieder ein Passagierzug zwischen den beiden Hauptstädten Beijing und Pyongyang. Am 30. März nahm dann Air China den Flugbetrieb zwischen China und Nordkorea wieder auf. Sechs Jahre lang flog Air China keine Ziele in Nordkorea mehr an. Die nordkoreanische Staatslinie Air Koryo fliegt immerhin seit August 2023 wieder.

Der Zug zwischen Beijing und Pyongyang verkehrt viermal die Woche von Beijing aus: montags, mittwochs, donnerstags und samstags. Abfahrt ist um 17.26 Uhr, Ankunft am nächsten Tag in Pyongyang um 18.07 Uhr. Zurück geht es dienstags, donnerstags, freitags und sonntags. Abfahrt in Pyongyang um 10.26 Uhr, Ankunft in Beijing um 8.40 Uhr am nächsten Morgen. Bislang dürfen nur chinesische Staatsbürger fahren, die entweder in Nordkorea studieren oder arbeiten. Die beiden letzten Wagen sind für sie reserviert. Der Zug hält auf chinesischer Seite unter anderem in … und zuletzt an der Grenzstadt Dandong.

Nur einmal die Woche – und zwar montags – verkehrt ab dem 30. März eine Boeing 737-700 der staatlichen Air China von Beijing zum Pyongyang Sunan International Airport. Der Flug CA 121 startet in Beijing um 8.05 Uhr und landet in Pyongyang um 11 Uhr. Zurück geht der Flieger um 12 Uhr. Bis zum 18. Mai wird diese Verbindung jeden Montag geflogen. Ab Juni wird die Frequenz reduziert: Ab dann soll nur an zwei Montagen im Monat geflogen werden.

Wie diese Wiederaufnahme der Verbindungen auf den Schienen und in der Luft gewertet wird? Darüber machten sich Kommentatoren und Experten in Südkorea ihre Gedanken. Shin Boem-chul (Center for Korean Peninsula Strategy am Sejong Insitute) sieht die Aufnahme dieser Verbindungen als „a symbol of substantive restauration of North Korea-China relations“. Kim Young-ho (Institute for Peace and Unification Studies an der Seoul National University) erklärt die Öffnung damit, dass Nordkorea “currently placing great expectations on Chinese tourists.” Nordkorea wolle mehr ausländische Touristengruppen, auch um mehr Devisen zu generieren. Im Blickfeld seien vor allem russische und chinesische Reisegruppen. Attraktiv ist insbesondere das Wonsan-Kalma Resort, das offenbar nach jahrelanger Verzögerung nun fertig sei. Chinas Botschafter in Nordkorea besuchte Anfang des Jahres mit einer Delegation das Resort mit seinen großen Hotelkomplexen und langen Stränden. Beobachter werten dies als ein Zeichen, dass dort bald chinesische Touristen auftauchen könnten.

Info:

Hier ein Video vom Start des ersten Zuges von Beijing nach Pyongyang am 12. März: https://www.youtube.com/watch?v=VBFGKTP-nCw&t=18s

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