TRINKEN I Dier Kaffeekette Cotti drängt nach Europa

Bis vor kurzem war dort noch eine relativ teure Sushi-Bar. Inzwischen hat aber im Brüsseler Boulevard Charlemagne 44 eine Kaffee-Kette eine Filiale eröffnet. Ihr Name: Cotti – klingt italienisch, stammt aber aus China. Sie bietet Kaffee zu Kampfpreisen an – und das direkt vor den Augen der EU-Beamten, die direkt gegenüber im Kommissionsgebäude Berlaymont ihre Dienste tun und derzeit überlegen, wie sie die chinesische Importflut eindämmen können. Gegen die Expansion der Kaffeekette werden sie wenig ausrichten können. Cotti wird in Europa weiter expandieren. So jedenfalls das Ziel der beiden Gründer Lu Zhengyao und Qian Zhiya. Sie starteten erst vor knapp vier Jahren mit Cotti, hatten aber freilich schon Erfahrung im filialisierten Kaffee-Geschäft. Denn sie arbeiteten bis 2020 bei der chinesischen Kette Luckin Coffee, die in den Jahren zuvor zum ernsthaften Herausforderer von Starbucks in China wurde.  Dann erschütterte ein Bilanzbetrugsskandal das Unternehmen. Lu und Qian, die nicht in diesen Skandal involviert waren, verließen das Unternehmen und machten sich mit ihrer eigenen Kette Cotti selbständig. Inzwischen hat Cotti bereits 26 000 Filialen, davon 18 000 in 28 Ländern außerhalb Chinas. In Europa ist die Kette mit dem rot-weißen Logo erst seit kurzem aktiv. Gestartet wurde in Frankreich, Spanien, Belgien und Deutschland. Die ersten Filialen hierzulande wurden Anfang des Jahres in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Köln eröffnet. Sie sind schlicht eingerichtet, nicht sehr groß, bieten kaum Sitzplätze. Die Kunden sollen hier nicht – wie bei Starbucks – verweilen. Cotti will den amerikanischen Konkurrenten, aber auch die vielen anderen Ketten mit einer aggressiven Preisstrategie attackieren. Der Espresso kostete 99 Cents, der Americano 1,99 Euro und der Cappuccino unter drei Euro. Aber diese Preise gelten nur, wenn der Kunde über die Cotti-App bestellt. Ordert man ganz klassisch in den Filialen, sind die Preise höher. Über die Qualität dieser günstigen Kaffeepreise lässt sich sicher streiten und das wird auch in diversen Online-Foren bereits getan. Besonders kritisch sind die Berliner Konsumenten. Denn dort wird bemängelt, dass es bei Cotti keine Hafermilch gibt – und das in der Hauptstadt der Hafermilch-Fanatiker.

Info:

Hier ein kurzer Beitrag im ZDF über Cotti: https://www.zdfheute.de/video/zdfheute-xpress/cotti-coffee-deutschland-video-100.html

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