TRINKEN I Starbucks verschärft die Regeln in China

In den chinesischen Starbucks-Filialen hielten sich immer mehr Gäste auf, die nicht konsumierten. Jetzt schiebt der Konzern, dessen China-Geschäft inzwischen mehrheitlich Chinesen gehört, dieser Praxis einen Riegel vor.

Die Kaffeekette Starbucks hat am 22. Oktober die Aufenthaltsregeln für seine rund 8000 Filialen in China verschärft. Ab diesem Zeitpunkt gilt die Richtlinie „Konsumieren, bevor man Platz nimmt.“ Diese Maßnahme ist eine Folge der Kritik, die immer lauter wurde. Kunden beschwerten sich, dass andere Gäste in den Starbucks-Filialen nichts tranken, teilweise sogar eigene Getränke mitbrachten und stundenlang dort saßen und damit bezahlenden Gästen die Plätze wegnahmen. Diese Kritik ist nicht neu. Sie wurde schon vor Jahren geäußert. In Filialen in Xi´an und auch anderswo gingen vor etwas mehr als zwei Jahren die Bediensteten dazu über, diese Kunden zum Konsum aufzufordern. Damals stellte sich die öffentliche Meinung noch auf die Seite der nicht-konsumierenden „Kunden“.  Doch inzwischen ist die Stimmung gekippt. Die Beschwerden der Kunden, die eine Kaffee oder welches Getränk auch immer kauften und keinen Platz fanden, nahmen zu.

Starbucks musste reagieren, auch weil der Konkurrenzkampf unter den Kaffeefilialisten brutal zugenommen hat. Vor allem Luckin Coffee und Cotti Coffee machen Starbucks zu schaffen. Sie sind viel günstiger als Starbucks und haben bessere Bestellmöglichkeiten via Apps. Luckin Coffee hat mit über 36 000 Filialen in China mehr als das Vierfache von Starbucks.  Cotti Coffee kommt auf über 18 000 Filialen, die meisten davon in China.

Die amerikanische Kette verfolgte das Konzept des „Dritten Ortes“, das einst vom langjährigen Chef Howard Schultz ausgegeben wurde. Danach war das Café der dritte Ort neben dem Zuhause und dem Büro. Dort soll der Gast auch länger verweilen können. Unter anderem damit rechtfertigte Starbucks auch seine höheren Preise gegenüber denen der Konkurrenz. Das Konzept sah allerdings nicht vor, dass sich nicht-zahlende Gäste stundenlang in den Filialen aufhalten konnten.

Dem hat Starbucks nun einen Riegel vorgeschoben. Man kann davon ausgehen, dass dahinter die neuen Eigentümer von Starbucks China stecken. Seit kurzem ist die Investmentgesellschaft Boyu Capital mit 60 Prozent Mehrheitsaktionär von Starbucks China. Sie will die Kette auf mehr Effizienz trimmen.

Interessant ist auch, dass ein weiterer US-Konzern in China seinen Umgang mit Kunden verschärft hat. Und zwar der Sam’s Club, der zum Handelskonzern Wal-Mart gehört. Dort darf man – ähnlich wie hierzulande bei der Metro – nur mit Mitgliedskarte einkaufen. Bislang durfte diese großzügig weitergereicht werden. Nun hat Sam´s Club mit einer Mitgliederverordnung vom 16. Oktober dies eingeschränkt. Das Unternehmen hat inzwischen über 10 Millionen Mitglieder und will – wie Starbucks – vor allem seine bestehenden Kunden nicht verärgern.

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