Chinas Food-Markt und die Chancen der Deutschen

Chinesen geben viel Geld fürs Essen aus. Kann davon auch die deutsche Nahrungsmittelindustrie profitieren? Eine Studie gibt Antworten.

Der Deutsche gibt im Durchschnitt zwölf Prozent seines verfügbaren Einkommens fürs Essen aus, der Franzose immerhin knapp 20 Prozent. Und der Chinese? Satte 30 Prozent, wobei zu diesem Anteil in China allerdings auch die Ausgaben für Rauchen und Trinken gezählt werden. Aber man kann davon ausgehen, dass der Anteil fürs Essen trotzdem deutlich höher ist als in Europa und damit den Stellenwert des Essens in China dokumentiert. Interessant ist zudem, dass die Ausgaben für Lebensmittel in den vergangenen Jahren stets gestiegen sind. Über diesen und andere Trends berichtet die 42-seitige Studie „China’s Food and Beverage Market“ des Deutsch-Chinesischen Agrarzentruns (DCZ). Autor Chong Li zeigt darin auch Verbrauchertrends auf, typisiert vier Verbraucherprofile und erklärt, wo die Chinesen Lebensmittel einkaufen.

Bei den Verbrauchertrends konstatiert er neben den steigenden Pro-Kopf-Ausgaben für Lebensmittel noch drei weitere Entwicklungen: Erstens wachsen die Ausgaben in kleineren Städten besonders deutlich; zweitens sind die Verbraucher preisbewusster geworden, aber sie sind auch bereit, mehr zu zahlen, wenn sie in dem Produkt einen Mehrwert erkennen; drittens sind Gesundheit und Wohlbefinden wichtige Kriterien beim Lebensmittelkauf.

Und wo kaufen die Chinesen ihre Nahrungsmittel ein? Sie bestellen zunehmend Online. 2025 stieg der Online-Umsatz von Food um 16 Prozent. Die beliebtesten Online-Kanäle sind Taobao/Tmall und JD. Aber Douyin und Pinduoduo holen auf. Das gehe zulasten des stationären Lebensmittelhandels, der  gerade einem signifikanten Restrukturierungsprozess unterliege, schreibt Chong Li. So verlieren die traditionellen Hypermärkte und Supermärkte an Bedeutung, während membership stores (z. B. Sam´s Club) und Discounter (unter anderem auch Aldi) zulegen. Ganz wichtig sei dabei das Frische-Sortiment: „Retailers are increasingly using strong fresh food offerings to attract consumers to physical stores.”

Da die Studie von einer deutschen Organisation erstellt wurde, die vom Landwirtschaftsministerium unterstützt wird, wurde auch die Frage gestellt, wie deutsche Unternehmen vom chinesischen Markt profitieren könnten. Die Antwort: Neben den traditionellen Produktgruppen Backwaren, Milchprodukte, Bier und Wein sind das vor allem gesundheitsfördernde und organische Lebensmittel. Aber Chong Li sagt auch deutlich, dass das Siegel Made in Germany alleine nicht mehr ausreiche. Die Produkte müssten vielmehr einen klaren Mehrwert liefern.  c

Info:

Hier kann man die Studie „China‘s Food and Beverage Market“ herunterladen: https://www.dcz-china.org/storage/2026/09/Report_Chinas-food-and-beverage-market_2026-09_web.pdf

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