Mit einem bislang eher weniger beachteten Phänomen setzt sich ein Report des amerikanischen Beratungsunternehmens Rhodium Group auseinander, nämlich dem chinesischen Bankensystem. Die vier Autoren des Reports „The Banks Behind the China Shock” betrachten das chinesische Bankensystem als eine wichtige Ursache für den Handelsüberschuss Chinas: „Distortions in China‘s financial system are at the root of today‘s globale trade imbalances.“ Die Banken würden den Zugang zu Kapital durch günstige, nicht marktorientierte Kredite künstlich niedrig halten. Eine zentrale Rolle dabei spielten die „Big Six“, die sechs großen staatlichen Banken Agricultural Bank of China, Bank of China, Bank of Communication, China Construction Bank, ICBC und Postal Savings Bank of China. Diese Banken seien „policy actors“, die Kredite nicht nach wirtschaftlichen, sondern nach politischen Kriterien vergeben. So würden Staats- sowie Industrieunternehmen gegenüber privaten Firmen und Dienstleistern bevorzugt.
Info:
Hier kann man die Studie „„The Banks Behind the China Shock” downloaden: https://rhg.com/research/the-banks-behind-the-china-shock/