GIPFEL III: Klatsch und Tratsch am Rande

So ein pompös inszenierter Gipfel produziert auch jede Menge Klatsch und Tratsch am Rande. Wer wurde zum Bankett geladen? Was wurde dort serviert? Welche Kleidung trugen die Gattinnen der Präsidenten? Und warum kam Xi im Mao-Look? Hier die Antworten.

Als vor zwei Wochen beim BRICS-Gipfel in Neu-Delhi Präsident Xi Jinping nicht zum Abendessen erschien und stattdessen im Hotel blieb, brodelte die Gerüchteküche. Er sei krank, schwer krank sogar. Nach seiner Rückkehr nach Beijing soll er vom Flughafen direkt ins berühmte Krankenhaus 301 gebracht worden sein.

Als er dann in Washington zum Gipfel landete, stand er oben auf der Gangway, untergehakt von seiner Frau Peng Liyuan. Und schon wieder wurde spekuliert: Muss sie ihn, den kranken Mann, stützen? Bilder von anderen Staatsbesuchen zeigen aber, dass sich Peng Liyuan stets oben an der Gangway bei ihrem Mann unterhakt. „Bullshit“ kommentiert Bill Bishop (Sinocism) diese stets aufkommenden Gerüchte, die vor allem von exil-chinesischen Kreisen lanciert werden.

Nein, Xi Jinping zeigte sich in den beiden Washingtoner Tagen putzmunter. Auch das festliche Bankett im East Room des Weißen Hauses überstand er mannhaft. Dort zeigte er sich übrigens im Mao-Look, einer hochgeschlossenen Jacke mit fünf Knöpfen und vier Taschen. Korrekterweise müsste es Zhongshan-Look heißen. Denn diese Jacke machte Sun Yat-sen, der erste Präsident der Republik, salonfähig. Er kam aus Zhongshan, einer Stadt am westlichen Ufer des Perlflussdelta. Natürlich wollte Xi Jinping mit seiner Kleidungswahl ein Zeichen setzen. Joseph Torigian (American University), Autor eines viel beachteten Buches über Xi Jinpings Vater, orakelt: „Xi’s attire may have conveyed the message that China can receive American hospitality without changing its system or identity.”

Überhaupt Kleidung – sie spielte eine große Rolle in der begleitenden Presse. Vor allem die Kleiderwahl der beiden Präsidentengattinnen wurde aufmerksam verfolgt und kommentiert. Peng, die in einem langen roten Kleid zum Bankett erschien, blieb ihrer Linie treu: „She has made Chinese designs central to her public wadrobe, favoring domestic designs and contemporary iterations of tradional silhouette“ (Anna Cofalla in Vogue).  Melania Trump bevorzugte westliche Designer wie Alexander McQueen oder Dolce & Gabbana (D&G). Besondere Aufmerksamkeit erzeugte ihre schwarze D&G-Brokathose, die sie zum Bankett trug. In dieser Hose war ein dezentes Pfingstrosenmuster eingewebt. Die Pfingstrose gilt in China als König der Blumen.

Melania Trump soll auch bei der Auswahl des Menüs beim Bankett maßgeblich beteiligt gewesen sein. Ihr Büro ließ verlauten, dass sie „a menu of items with American ingredients and subtle influence“ ausgewählt habe. Wer genau wissen will, was das bedeutet, dem sei hier die Speisekarte nachgedruckt:

Erster Gang: Yellow Squash Velouté, Wild Mushroom Fricassee, Crispay Panetta, Scallion Oil,.

Zweiter Gang: Sesam Crusted Sea Brass, Braised Baby Bok Choy, Roasted Garden Eggplants und Sauce Verte.

Dessert: Vanilla Crémeux & White House Honey ice Cream, Walnut Frangipene, Soar Chery Confit.

Bliebe noch zu klären, wer alles in den Genuss dieses Menüs gekommen ist. Am Präsidententisch durften die amerikanischen Tech-Größen Elon Musk, Jensen Huang (Nvidia), Tim Cook (Apple) und Lisa Su (AMD) sitzen. Ansonsten wimmelte es drumherum von CEOs amerikanischer Unternehmen, darunter mit Michael Miebach (Chef von Mastercard) auch ein Deutscher. Von OpenAI war CEO Sam Altman und Präsident Greg Brockman dabei. Konkurrent Anthropic war nicht eingeladen. Auf chinesischer Seite waren überhaupt keine Wirtschaftsbosse dabei, obwohl im Vorfeld über eine Teilnahme chinesischer Vorzeige-Unternehmer spekuliert wurde. Von der politischen Führungsspitze Chinas waren Cai Qi, Wang Yi, He Lifeng, Zheng Shanjie (NDRC), Wang Wentao und Lan Fo‘an dabei. Auf amerikanischer Seite waren Vizepräsident JD Vance und die Minister Marco Rubio, Scott Bessent, Pete Hegseth, Howard Lutnick und Chris Wright anwesend. Fast so prominent war die Familie Trump vertreten – darunter Tochter Ivanka Trump und Enkelin Arabella Kushner. Ivanka trug übrigens – und damit will ich den Klatsch und Tratsch beenden – ein hellblaues Kleid der chinesischen Designerin Guo Pei.

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