Wer China kennenlernen will, muss nicht unbedingt nach China reisen. Auch das benachbarte Südostasien bietet vielfältige Möglichkeiten, in die kulturelle (und auch kulinarische) Vielfalt Chinas einzutauchen.
Hier sind fünf Tipps, wo man in Südostasien auf China trifft.
Viele Chinesen – vor allem aus dem Süden des Landes – sind in den vergangenen Jahrhunderten nach Südostasien ausgewandert. Deshalb gibt es in fast allen Ländern der Region große chinesische Communities, die sich in Chinatowns – aber nicht nur dort – niedergelassen haben. Autor John Lim besuchte diverse Stätten chinesischer Diaspora in Südostasien und hat fünf ausgewählt, die einen Besuch wert sind. Darüber berichtet er in dem Online-Magazin Radii. Er schreibt vorweg zur Einschätzung: „These places are more just Chinatowns. They are cities and neighborhoods shaped by generations of migration from different places of China. The Chinese diaspora in these cities comes alive through food, language and culture.”
Folgende fünf Orte hat John Lim ausgewählt:
- Bangkok, Thailand: Die Chinatown in der thailändischen Hauptstadt heißt Yaowarat. Empfohlen wird dort ein Besuch des Sampeng Lane Market mit seinen engen Gassen und den Wat Mangkon Kamalawat, dem bekanntesten chinesischen Tempel in Bangkok. Das Viertel Talat Noi ist ein Mix aus alten Gebäuden und modernen Cafés.
- Manila, Philippinen: Binondo gilt als älteste Chinatown der Welt. Sie wurde schon 1594 unter den spanischen Herrschern gegründet. Lim beschreibt Binondo als „a place where Chinese and Filipino identities have been mixing for centuries, producing something that belongs specifically to Manila.” Als Startpunkt eines Rundgangs durch Binondo schlägt er die Ongpin Street vor mit ihren vielen Geschäften und Tempeln.
- Singapur: Die Chinatown im Stadtstaat Singapur ist kompakt und deshalb leicht zu durchstreifen. Sie geht auf einen Plan von 1822 zurück, als die verschiedenen Nationalitäten eigene Viertel zugewiesen bekamen. Die Chinesen, die hauptsächlich Hokkien waren, siedelten sich südlich des Singapore River entlang Telok Ayer an. Berühmtestes Bauwerk ist der Thian Hock Keng-Tempel.
- Sibu, Malaysia: Die Stadt Sibu liegt auf Borneo. Hierher kamen chinesische Immigranten aus Foochow im frühen 20. Jahrhundert. Einer ihrer Führer war Wong Nai Siong, zu dessen Ehren später ein Memorial Park angelegt wurde. In Sibu gibt es keine klassische Chinatown. Die Chinesen haben sich vor allem entlang des Rajang Rivers niedergelassen. Ein Essenstipp: das lokale Nudelgericht kampua mee.
- Georgetown, Malaysia: Jetzt werde ich kurz persönlich, denn ich bin ein großer Fan von Georgetown, dieser alten Multi-Kulti-Stadt auf der Insel Penang im Norden Malaysias. Sie ist zurecht ein Unesco Weltkulturerbe. John Lim empfiehlt in Georgetown die Strassen Lebuh Armenian und Lebuh Cannon, wo es alte Clan-Houses und diverse Tempel zu besichtigen gibt.
Info:
Hier der Artikel von John Lim in Radii: https://radii.co/article/chinese-history-with-these-southeast-asian-cities