ARTIKEL I China in Äthiopien

Dass China schon seit Jahren in Afrika aktiv ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. In einem Land haben sich die Chinesen besonders engagiert – in Äthiopien. Dort versuchen sie, ihr eigenes Modell zumindest teilweise zu kopieren.  Wie zu Beginn der chinesischen Reformpolitik haben sie in diesem ostafrikanischen Land seit den 2000er Jahren Sonderwirtschaftszonen (SWZ) etabliert. Das sei „Ethiopia’s attempt to transform itself into a manufacturing hub in the global economy”, schreibt Hannah Borenstein (Florida International University) in ihrem Artikel “China’s Industrial Parks in Africa” (China Books Review, 17. September). Die Befürworter betrachten solche SWZ als “engines of growth”, während Kritiker sie als Enklaven betrachten “where labor protection and public accountability capability can be weakened.” In den Parks kommt es immer wieder zu zu Streiks und Streitereien, die oft auch vor Gericht ausgetragen werden. Zwei unterschiedliche Welten prallen aufeinander: „Chinese managers criticize Ethiopian workers are lacking discipline and Chinese workers in Ethiopia do not understand why the Ethiopian workers are unwilling to „eat bitterness“. Die äthiopischen Arbeiter hingegen fühlen sich in ihrem eigenen Land ungerecht behandelt. Borenstein zieht eine „ironische Parallele“ zu den Zuständen im China des 19. Jahrhunderts, wo europäische Kolonialisten in ihren Vertragsgebieten chinesische Arbeiter ausgebeutet haben.

Info:

Hier geht es zu dem Artikel „China’s Industrial Parks in Africa“ in China Books Reviews: https://chinabooksreview.com/2026/09/17/africa-industrial-parks/

Dort wird auch folgendes Buch besprochen: Miriam Driessen: Immunity on Trial: Ethiopian Courts, Chinese Corporations and Contestations over Sovereignity, University of California Press, 2026). Außerdem wird auf einen Doku-Film hingewiesen: „Made in Ethiopia“ (von Max Duncan und Xinyan Yu).

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