REPORT I De-Risking-Kosten

Viele westliche Länder verfolgen eine Politik des De-Risking von China. Staaten wie die USA, Großbritannien, aber auch die EU wollen damit unabhängiger von China werden. Das bedeutet, dass man Lieferketten neu organisieren, sich nach neuen Rohstoffquellen umsehen und auch Waren wieder selbst produziert muss, die China bislang (billiger) herstellt. All das kostet Geld, viel Geld. Wieviel diese Politik des De-Risking kostet, hat zum ersten Mal das Beratungsunternehmen EY-Parthenon errechnet und kam dabei auf die gigantische – man kann auch sagen: astronomische – Summe von 23,6 Billionen Dollar in den nächsten 25 Jahren. Auf die USA entfallen dabei 13,7 Billionen $, auf die EU 9,1 Billionen $. Das würde bedeuten, dass der EU-Haushalt jedes Jahr verdoppelt werden müsste, um diese Zusatzkosten zu finanzieren. Das sei unrealistisch, sagt Mats Persson, Leiter der geostrategischen Forschung bei EY-Parthenon: „We‘re not going to achieve these levels of investments.“  Neben den höheren Kosten verursacht eine De-Risking-Politik auch eine höhere Inflation, weil eben viele Waren nicht mehr günstig in China eingekauft werden können. Die Studie geht von einer Erhöhung der Inflationsrate um 2,5 Prozent aus. Besonders von Preissteigerungen betroffen seien vier Bereiche: Pharma, Chips, erneuerbare Energien und kritische Rohstoffe. Mats Persson betrachtet den Report als „an eye-opener for just how difficult it is to adopt a protectionist ethos in a globalized world.“

Noch ist die Studie, über die Financial Times am 13 Juli exklusiv berichtet hat, nicht veröffentlicht. Mats Persson hat jedoch versprochen, dass sie demnächst auf der Homepage von EY-Parthenon (https://www.ey.com/en_cn/people/ey-parthenon) heruntergeladen werden kann.

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