DOKU I Pekingenten

Ich muss gestehen, dass ich bislang nicht wusste, dass es in Europa eine Pekingenten-Industrie gibt. Doch nach der Lektüre des EU-Amtsblattes vom 9. Juli weiß ich es. Denn dort wurde die „Bekanntmachung der Einleitung eines Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren von Pekingente mit Ursprung in der Volksrepublik China“ verkündet. Fünf europäische Produzenten von Pekingenten haben sich danach bei der EU-Kommission beklagt, dass ihre chinesischen Konkurrenten Pekingente zu Dumpingpreisen auf dem europäischen Markt anböten, wodurch die europäische Pekingentenbranche geschädigt werde. Die EU-Kommission hat den Klagen nun stattgegeben und leitet ein förmliches Antidumping-Verfahren gegen die chinesischen Hersteller ein. Dazu soll zunächst einmal untersucht werden, ob und inwieweit die chinesischen Pekingenten-Produzenten ihr Fleisch hierzulande zu Dumping-Preisen anbieten. Gegenstand der Untersuchung ist – ich zitiere wörtlich aus dem Amtsblatt – „Fleisch von Pekingenten, auch unzerteilt, Teile, frisch, gekühlt, gefroren, gesalzen, in Salzlake getrocknet, geräuchert, mit oder ohne Knochen“. Sollte es nach der Untersuchung zu Strafzöllen auf chinesische Pekingente kommen, bin ich gespannt auf die Reaktion Chinas. Ich tippe, dass die chinesischen Behörden – nach dem Motto wie du mir, so ich dir – ein deutsches (Ess-)Kulturgut sanktionieren werden: Nürnberger und/oder Thüringer Würstchen.

Info:

Hier die Bekanntmachung der EU-Kommission über die Pekingente-Importe:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:C_202603584

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