China dominiert zunehmend den Schiffbau und damit auch den Seeverkehr. Zu diesem Ergebnis kommt ein Artikel im DIW-Wochenbericht 27/2026 (DIW: Deutschs Institut für Wirtschaftsforschung). Dessen etwas längliche Überschrift lautet: „Chinas Dominanz im Schiffbau und die US-Handelspolitik schaffen neue Risiken für Europa und andere Handelspartner.“ Seit den 90er Jahren hat in der globalen Werftindustrie ein Wachwechsel stattgefunden. Dominierten früher erst Japan, dann die Südkoreaner diesen Industriezweig, so ist heute China die absolute Nummer Eins. Über die Hälfte der weltweit gebauten Schiffe entstehen derzeit auf chinesischen Werften. Europa spielt nur noch eine marginale Rolle. Der Weltmarktanteil der EU ging in den vergangenen 30 Jahren von 17 auf drei Prozent zurück, in Deutschland von sechs auf mickrige 0,1 Prozent. Chinas Dominanz beim Schiffbau spiegelt sich logischerweise auch in einer Dominanz im Schiffsverkehr wider. „Globale Handelsströme beruhen zu einem wesentlichen Teil auf in China gebauten Schiffen“, schreiben die Autoren. So seien rund ein Drittel der in Bremerhaven und Hamburg einlaufenden Containerschiffe aus chinesischer Produktion. Das Fazit des Artikels lautet: „Europa sollte seine Abhängigkeiten (von China) im Seeverkehrsnetz verringern.“ Nur wie? Die Vorschläge sind dünn und beziehen sich überwiegend auf die erste maritime Industriestrategie, die die EU-Kommission im März dieses Jahres vorgelegt hat. Dort werden Schiffsbau- und Schifffahrtsindustrie immerhin als strategische Sektoren definiert.
Info:
Hier der Artikel im DIW-Wochenbericht: https://www.diw.de/de/diw_01.c.1012887.de/publikationen/wochenberichte/2026_28_1/chinas_dominanz_im_schiffbau_und_us-handelspolitik_schaffen_neue_risiken_fuer_europa_und_andere_handelspartner.html