In Afrika sind viele chinesische Goldgräber illegal unterwegs, die vor allem aus einer Stadt in China kommen: Aus Shanglin in der Provinz Guanxi im Süden des Landes. Sie wird deshalb die „hometown of gold miners“ genannt. In Shanglin – rund zwei Autostunden von der Hauptstadt Nanning entfernt – wurde seit frühen Zeiten Gold gesucht und auch gefunden. Doch spätestens in den 1990er Jahren waren die Minen erschöpft. Weil Arbeitsplätze in dieser eher armen Provinz Mangelware waren, versuchten viele männliche Bewohner Shanglins ihr Glück in Afrika. Mitte der 2000er Jahre war vor allem Ghana ihr Ziel. In Spitzenzeiten schürften dort rund 50 000 Chinesen nach Gold. Mitte der 2010er Jahre gingen jedoch viele afrikanische Staaten gegen das illegale Mining vor. Doch dann kam 2023 der Wendepunkt. Der Goldpreis stieg und stieg. Das illegale Goldschürfen wurde wieder attraktiv. Die Chinesen gingen jetzt vor allem in die DR Kongo und Mali, wo die Behörden laxer sind und gegen
Bezahlung ein Auge zudrücken. ThinkChina, das englische Portal der chinesischen Tageszeitung Lianhe Zaobao in Singapur, hat eine große Reportage über diese illegalen Goldgräber veröffentlicht. Einer sagt, er verdiene zwischen 70 000 und 100 000 Yuan im Monat. Dafür nehmen sie auch unangenehmen Seiten in Kauf. Fünfmal sei er in einem Jahr ausgeraubt worden, sagt ein anderer. Aber auch Kidnapping kommt immer wieder vor. Die chinesischen Botschaften warnen zwar ihre Landsleute vor diesen illegalen Goldschürfungen, aber die meisten ignorieren diese Warnungen. Sie lockt der Ruf des Goldes und die Aussicht als reicher Mann nach Shanglin zurückzukommen. Einigen ist das gelungen, wie zahlreiche Villen dokumentieren.
Info:
Hier der Artikel über die chinesischen Goldgräber in ThinkChina: https://www.thinkchina.sg/economy/big-read-chinese-chasing-gold-across-africa