China hat bei vielen kritischen Rohstoffen – allen voran Seltenen Erden – ein Quasi-Monopol, weil es deren Bedeutung frühzeitig erkannt hat und der Westen deren Produktion über die Jahre vernachlässigt hat. „Beijing´s dominance has emerged only in the post-cold war era”, schreibt Joris Teer in seiner Studie “Beijing’s Critical Raw Material Weapon.” So hätte noch 1990 der Abbau von knapp 50 Prozent von Gallium und 90 Prozent von Germanium im Westen stattgefunden. Jetzt aber hätte China nicht nur bei diesen Rohstoffen ein Monopol und nutze dies zunehmend als Waffe gegenüber dem Westen – erst nur gegen die USA als Antwort auf deren Restriktionen, aber zunehmend auch gegen andere Länder: „Throughout 2025, however, China‘s export controls evolved in a geo-economic weapon targeting a much wider group of countries“, schreibt Teer. Dazu zählen Japan und auch die EU. Wie kann Europa reagieren? Das ist die zentrale Frage dieser Studie des European Union Institute for Security Studies (EUISS) in Paris. „A ‘Europe-alone’ approach will not deliver results in time“, analysiert Teer. Eine europäische Selbstversorgung bei allen kritischen Rohstoffen sei unmöglich. Deshalb plädiert Teer für eine Zusammenarbeit der G7-Staaten plus Australien und Südkorea. Auch sollten Rohstoffländer wie Malaysia, die Demokratische Republik Kongo, Brasilien und Indonesien miteinbezogen werden. Mit staatlichen Geldern sollten Minen und Verarbeitung außerhalb Chinas gefördert werden. Zudem sollte im Rahmen des Anti-Coercion Instrument (ACI) Gegenmaßnahmen gegen China ergriffen werden. Zum Beispiel kann sich der Autor Exportkontrollen bei Chipproduktionsmaschinen der niederländischen Firma ASML vorstellen, die in diesem Bereich ein Fast-Monopol in der Welt hat. Europäisches Monopol versus chinesisches Monopol – die Spirale des Protektionismus zieht weitere Kreise.
Info:
Hier kann man die Studie des EUISS downloaden: https://www.iss.europa.eu/publications/chaillot-papers/beijings-critical-raw-material-weapon-and-how-dismantle-it