In München wurde am 20. Mai ein deutsches Ehepaar namens Xuejun C. (55) und Hua S. (52) festgenommen. Sie seien dringend verdächtig, für einen ausländischen Geheimdienst tätig zu sein, heißt es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Es ist unschwer zu erraten, dass damit der chinesische Geheimdienst gemeint ist. In der Mitteilung der Bundesanwaltschaft vom 20. Mai wird beschrieben, wie das Ehepaar vorgegangen sein soll: „Um an wissenschaftliche Informationen über militärisch nutzbare Hochtechnologie zu gelangen, bauten sie Kontakte zu zahlreichen Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf, darunter insbesondere Lehrstuhlinhaber für die Bereiche Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik oder Künstliche Intelligenz. Ihnen gegenüber tarnten sich die Beschuldigten mitunter als Dolmetscher oder Mitarbeiter eines Automobilherstellers. Einige Wissenschaftler wurden unter dem Vorwand nach China gelockt, gegen Honorar Vorträge vor einem zivilen Publikum zu halten. Tatsächlich erfolgten solche Vorträge dann aber vor Angehörigen staatlicher Rüstungsunternehmen.“
Insgesamt soll das Ehepaar Kontakte zu Wissenschaftlern an acht deutschen Hochschuleinrichtungen aufgenommen haben. Bislang bestätigte lediglich die RWTH Aachen, dass einer ihrer Professoren angesprochen wurde und auch Vorträge in China gehalten hat. Allerdings wird betont, dass sich dieser Wissenschaftler nicht strafbar gemacht habe. Das bestätigt auch die Bundesstaatsanwaltschaft.
In der Mitteilung heißt es weiter, dass das Verfahren in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) durchgeführt wurde. Das BfV ist der Inlandsnachrichtendienst – im Gegensatz zum Bundesnachrichtendienst (BND), der fürs Ausland zuständig ist.
Eben dieses BfV sucht derzeit nicht nur Spione, sondern auch Mitarbeiter, die Chinesisch sprechen: „Wir suchen zur Verstärkung unseres Teams in Köln und Berlin Fremdsprachliches Fachpersonal mit sehr guten Kenntnissen in Chinesisch“. Geboten wird neben einem guten Gehalt auch „Sinnhaftigkeit“, die wie folgt beschrieben wird: „Spannende Tätigkeit mit gesellschaftlichem Mehrwert und aktuellem politischen Bezug“.
Wer sich bewerben will, muss sich aber sputen. Spätestens am 5. Juni muss der ausgefüllte 24seitige Bewerbungsbogen AWV-2006-0925 im elektronischen Postfach des BfV landen.
Info:
Mitteilung der Bundesanwaltschaft vom 20, Mai: https://www.generalbundesanwalt.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/Pressemitteilung-vom-20-05-2026.html?nn=478184e
Stellenausschreibung des Bundsamtes für Verfassungsschutz: https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/stellenangebote/DE/2026-05-08-fsm_chinesisch_ausschreibung.html
Und hier der Bewerbungsbogen AWV-2006-025: https://bewerbung.dienstleistungszentrum.de/frontend/AWV-2026-025/dashboard.html