Ein weiteres Buch aus der Wanderarbeiter-Szene ist auf Englisch erschienen. Sein Titel: „Adrift in the South“, geschrieben hat es Xiao Hai. Der 1987 in Shanqui (Henan) geborene Hai kam mit 15 Jahren in die südchinesische Boomstadt Shenzhen. Seine Eltern zahlten damals 1200 Yuan an einen Vermittler, der ihrem Sohn einen Job besorgte. In den folgenden zwei Jahrzehnten wechselte Hai häufig seine Arbeitsstelle. Er wanderte von Fabrik zu Fabrik. Er nähte Hemden und er montierte Handys. Weil ihm Schreiben Spaß bereitete, nutzte er seine spärliche Zeit zum Verfassen von Gedichten, die in der Sammlung “Sisyphus on the Wenyu River“ veröffentlicht wurde. Nun hat er seine Erfahrungen in einem Buch niedergeschrieben. Er folgt damit Hu Anyan, der im vergangenen Jahr „I Deliver Parcels in Beijing“ veröffentlicht hat. Paul French hält Xiao Hai für den besseren Schreiber und urteilt: „His memoir and meditation on a quarter of a century of factory work, mostly in Shenzhen, is fascinating and also demonstrates that Xiao Hai can really write too.”
Info:
Xiao Hai: Adrift in the South, Granta Magazine Editions, 328 Seiten, 15,50 Euro; Übersetzt von Tony Hao.