BUCH I Buchläden

In China wird der Buchhandel von den allmächtigen staatlichen Xinhua-Buchläden dominiert. Aber neben dieser nahezu erdrückenden Dominanz gibt es immer noch eine sich behauptende Nische: sogenannte unabhängige Buchläden, im Chinesischen duli shudian (独立书 店) genannt. Über sie hat die Soziologin Zheng Liu gerade ein Buch geschrieben: „Cultural Mavericks: The Business and Politics of Independent Bookselling in China“. Über zehn Jahre hat sie recherchiert, über 100 Interviews geführt, mit 63 Inhabern dieser Buchläden geredet.  Sie stieß dabei auf Läden wie „Librairie Avant Garde“ oder „Hugo Bookstore“. Sie sah oft Bilder von Oscar Wilde und Ernest Hemingway hängen. Im Angebot sind viele wissenschaftliche Bücher. Es werden häufig Events veranstaltet. Die unabhängigen Buchläden verstehen sich als Alternative zu den uniformen Xinhua Buchhandlungen, von denen sie sich auch durch Einrichtung und Dekoration unterscheiden. Es ist aber ein schwieriger Spagat, den die Läden in Zeiten stetiger Zensur praktizieren müssen. Sie wollen kein Ort für Dissidenten und deren Literatur sein. Stattdessen bieten sie eher diskret George Orwells „1984“ an. Jonathan Chatwin hat in Asian Review of Books das Buch rezensiert und kommt zu dem Fazit: „It offers a well-researched portrait of a very specific aspect of China’s contemporary cultural life.”

Info:

Zheng Liu: Cultural Mavericks: The Business and Politics of Independent Bookselling in China, Columbia University Press, 336 Seiten, 29,99 Euro.

Hier die Rezension von Jonathan Chatwin in Asian Review of Books: https://asianreviewofbooks.com/cultural-mavericks-the-business-and-politics-of-independent-bookselling-in-china-by-zheng-liu/

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