FLIEGEN I Mehr Direktflüge von und nach China

Die Zahl der Direktflüge zwischen China und dem Rest der Welt steigt. Und mit ihnen die Zahl der chinesischen Touristen. Mit diesem Trend beschäftigt sich die Studie „The Direct Flight Effect“ des Beraters Alexander Glos, Gründer und Chef des Beratungsunternehmens i2i Group in Shanghai. An drei Beispielen zeigt er, wie durch Direktverbindungen die Passagierzahlen zugenommen haben. Ein Jahr nachdem Air China Ende 2022 den Direktflug nach Athen aufgenommen hatte, stieg die Passagierzahl um über 100 Prozent.  Auf der Strecke Beijing-Madrid (ebenfalls von Air China angeflogen) waren es 66 Prozent, und auf der Strecke Guangzhou-Dubai (geflogen von China Southern) immerhin noch 31 Prozent.

Glos teilt die chinesischen Fluglinien, die international fliegen, in drei Kategorien ein: Tier 1, 2 und 3. Zu Tier 1 gehören „The Big Three“: Air China, China Eastern und China Southern, alle mehrheitlich staatlich. Air China fliegt hauptsächlich nach Amerika und Europa. China Eastern fliegt zwar auch nach Europa, ist aber doch sehr Pazifik-orientiert mit Zielen in Japan, Korea, Australien und an der Westküste der USA. China Southern dominiert in Ozeanien, Südostasien und dem Nahen Osten. In die Kategorie Tier 2 („Premium Hybrids“) stuft Glos folgende drei Airlines ein: Hainan Airlines (Hubs: Beijing, Haikou), Xiamen Airlines (Xiamen/Fuzhou) und Juneyao (Shanghai). Sie fliegen vor allem Ziele an, die die drei Großen vernachlässigen. Hainan Airlines fliegt in US-Städte in der zweiten Reihe wie Boston, Las Vegas oder Seattle, aber auch nach Berlin. Xiamen Airlines bedient vor allem den südostasiatischen Raum. Und Juneyao hat europäische Destinationen wie Helsinki, Manchester und Athen im Programm. Auch die Tier 3 („low-cost and emerging carrier“) Airlines fliegen zunehmend international, aber meist nur in Asien. Zu diesen Linien zählen Spring, Shenzhen und Sichuan Airlines. Vor allem Sichuan Airlines habe „rising international ambitions“, schreibt Glos. Der Hub von Sichuan Airlines ist die Provinzhauptstadt Chengdu. Aus Städten wie Chengdu werden künftig mehr Touristen kommen, meint Glos: „The next wave of Chinese outbound is not coming from Beijing“, sondern aus Städten wie dem eben erwähnten Chengdu sowie aus Hangzhou, Chongqing, Xi’an, Qingdao und Kunming. Von diesen Städten wird es deshalb in der nächsten Zeit mehr Direktflüge in alle Welt geben.

Info:

Den Report kann man hier ordern: https://www.linkedin.com/pulse/direct-flight-effect-alexander-glos-sy7cc/

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