POLITIK I Gipfel-Nachlese (II): Das Staatsbankett

Ein bisschen Klatsch muss sein. Deshalb hier im Nachgang zum Gipfeltreffen Trump-Xi-Jinping ein paar Eindrücke vom Staatsbankett, das am Abend des 14. Mai in der Großen Halle des Volkes stattfand. Klar, dass in der Mitte des Raumes an Tisch 1 die beiden wichtigsten Leute saßen: Gastgeber Xi Jinping und Gast Donald Trump. Rechts von Trump war Chinas Ministerpräsident Li Qiang platziert. Links neben Xi Jinping saß US-Botschafter David Perdue. Weitere „Pärchen“ am Promi-Tisch waren die beiden Außenminister Wang Yi und Marco Rubio, die beiden Unterhändler in Sachen Handelspolitik Scott Bessent (Finanzminister) und He Lifeng (Vizepräsident). Und dann saß – warum auch immer – noch ein richtiges Paar mit am Tisch: Trumps Sohn Eric mit Frau Lara. Sie war die einzige Frau am Tisch, denn die Ehefrauen von Donald Trump und Xi Jinping waren nicht anwesend.

Die Bedeutung der anderen Gäste konnte man daran messen, an welchen Tischen sie Platz nehmen durften. Je näher an Tisch 1, desto wichtiger. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die beiden Tische links und rechts von Tisch 1. Rechts aus Sicht von Trump und Xi war der sehr prominent besetzte Tisch 3. Dort war die Elite der Hightech- und Autobranche vertreten. Die amerikanischen Vertreter waren Tim Cook (Apple), Elon Musk (Tesla), Jensen Huang (Nvidia) und der weniger bekannte Jacob Thaysen (Illumina). Von chinesischer Seite waren an diesem Tisch 3 folgende CEOs anwesend: Zhou Qunfei (Lens Tech), Cao Hui (Fuyaio Glass), Jia Shaoqian (Hisense) sowie Lu Weiding (Wanxiang). Interessant war, dass Lei Jun (Xiaomi) nicht an diesem Tisch saß, sondern an Tisch 4. Das hinderte Lei freilich nicht, sich an den Tisch von Elon Musk zu begeben, um mit diesem ein Selfie zu machen. Musk – so ist dem Video zu entnehmen – schien not amused zu sein, gemeinsam auf einem Foto mit einem seiner großen Rivalen abgebildet zu werden.

Links von Trump und Xi an Tisch 7 waren die Bosse von Finanz- und Luftfahrtunternehmen. Der Chef von Air China, Liu Tiexiang, sass neben Boeing-Chef Kelly Ortberg. Ob sie über den geplanten Kauf von 200 Boeing-Maschinen geredet haben? Der CEO der Bank of China, Ge Haijiao, war zwischen den CEOs von Visa (Ryan McInerney) und Mastercard (Michael Miebach) platziert. Miebach war übrigens der einzige Deutsche im Saale. Ebenso eingerahmt von zwei US-Bankern (Jane Fraser/Citi und Stephen Schwarzman/Blackstone) war Liao Lin, Chef der größten chinesischen Bank ICBC.

Beobachter vermerkten aufmerksam, wer von chinesischer Wirtschaftsseite nicht eingeladen war: Huawei-Gründer Ren Zhengfei, BYD-Chef Wang Chuanfu und DJI-Gründer Frank Wang. Sie haben alle aus unterschiedlichen Gründen Probleme auf dem US-Markt, so dass man vermuten darf, dass deren Anwesenheit die Harmonie etwas hätte stören können. 

Genauso wie die Platzierung der Gäste bot auch das verabreichte Menü Raum für Interpretationen. Normalerweise wird bei Staatsbanketten die gut verträgliche Huaiyang-Küche serviert. Diesmal tauchte nur ein Gericht – stewed seasonal vegetables – aus dieser Küche auf. Selbstverständlich gab es aber die berühmte Peking Ente. Und zu Ehren des bekennenden Fleischessers Trump wurden Crispy Beef Ribs gereicht. Ebenso kam die Küche dem amerikanischen Gast bei den Desserts entgegen: Es gab Tiramisu und Eiskrem. Als Weinbegleitung gab es Rotwein aus dem Hause Great Wall in der Hebei-Provinz und einen Changyu Reserve Chardonnay. Das Weinglas ließ Antialkoholiker Trump allerdings unberührt.

Info:

Hier eine Graphik mit der Sitzordnung:

https://www.reuters.com/graphics/CHINA-US/STATE-DINNER/lgpdgbdyovo/

Und hier ein Video vom Staatsbankett:

https://www.thinkchina.sg/technology/video-us-china-tech-ties-revealed-xis-power-banquet?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=weekly_newsletter

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