ARTIKEL I Liangzhu – eine Aussteigerstadt für Chinas KI-Nerds

Gottseidank gibt es noch Publikationen wie The New Yorker. Dort dürfen Autoren noch ausgiebig recherchieren und anschließend lange Artikel schreiben. Diese löblichen Worte gingen mir durch den Kopf, als ich die Reportage von Afra Wang las, die sie am 23. September in The New Yorker veröffentlicht hatte. Wang, die im Silicon Valley lebt, berichtet von einer Stadt in China, in die immer mehr ausgebrannte Tech-Freaks flüchten. Die Stadt heißt Liangzhu und liegt in der Nähe von Hangzhou, der Hauptstadt der Provinz Zhejiang. Wang beschreibt Liangzhu so: „The town is hip, idyllic, contrarian, and increasingly known as an escape for workers burned out by the grind of China´s booming tech industry.” Das heißt aber nicht, dass die Flüchtlinge dem Müßiggang verfallen. Nein, sie entwickeln weiter, aber in einem gemächlicheren Tempo. „Everywhere I went, people were building new AI products“, schreibt Wang. Man trifft sich in Wohnzimmern, diskutiert und hat Spaß. Die berühmtesten Treffpunkte sind „Master Qi’s living room“ und „Crazy Thursday“ – beide sind inzwischen landesweit bekannt. Oft fliegen Techfreaks aus Beijing oder Shenzhen ein. Selbst Apple-Chef Tim Cook ist hier schon aufgetaucht. Chinas berühmteste Tech-Vlogger haben ihren Sitz nach Liangzhu verlagert. Inzwischen hat auch die lokale Verwaltung die Bedeutung ihrer Stadt erkannt und im September 2025 einen Inkubator mit dem Namen „Digital Habitat Bay“ gegründet. Manche Kritiker sehen aber in der Vereinnahmung des Trends durch die lokalen Behörden das beginnende Ende des Hypes um Liangzhu.

Info:

Hier der Artikel von Afra Wang in The New Yorker: https://www.newyorker.com/news/the-lede/what-chinas-vibe-coding-capital-can-tell-us-about-the-ai-boom

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