Der amerikanische Dollar dominiert nach wie vor die Weltwirtschaft. Er ist seit Jahrzehnten die globale Leit- und Reservewährung. Die Regierung Trump nutzt diesen Vorteil zunehmend aus und setzt den Dollar als Waffe ein: „The US is turning the world‘s currency into an instrument of geopolitical pressure“, schreiben die Autoren der Studie „China‘s Dedollarisation Strategy“, die vom Thinktank Dezernat Zukunft herausgegeben wurde. Weil der Dollar so mächtig geworden ist, versuchen andere große Währungsräume von der US-Währung unabhängiger zu werden – allen voran China und die EU. Die drei Autoren Nils Gerresheim, Max Krahé und Jens van‘t Klooster haben deshalb die Dedollarisierungs-Strategien Chinas und der EU untersucht. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass China bei seinen Unabhängigkeitsbemühungen schon weiter vorangekommen ist als die EU: „The Chinese government’s efforts to internationalise the renminbi (RMB) are an instructive case of a major economy actively attempting to loosen its dependence on the dollar.“ Vor allem beim Settlement (Zahlung)hat China große Fortschritte erzielt. Mehr als die Hälfte des chinesischen Handels wird inzwischen in RMB abgerechnet. 2022 betrug dieser Anteil lediglich zehn Prozent. Die Autoren empfehlen den Verantwortlichen in der EU und der Europäischen Zentralbank, Chinas Bemühungen, sich von der Dollar-Dominanz ein Stück weit zu befreien, genau zu studieren, auch wenn sie nicht eins zu eins auf Europa übertragbar sind.
Info:
Hier kann man die Studie „China‘s Dedollarisation“ herunterladen: https://dezernatzukunft.org/publikationen/chinas-dedollarisation-strategy