MODE I Welche chinesischen Labels in sind

Die ausländischen Luxuskonzerne – meist aus Frankreich und Italien – haben in den vergangenen Jahren in China gutes, ja sehr gutes Geld verdient. Ihre Mode, ihre Uhren, ihre Taschen waren begehrte Statussymbole. Wer ein Dior-Kleid und eine Gucci-Tasche trug, wollte zeigen, ich habe es geschafft, ich gehöre zur prosperierenden Mittelschicht des Landes. Doch mittlerweile tun sich die Konzerne aus Frankreich und Italien schwer. Viele Kunden – vor allem in der jüngeren Aufsteiger-Generation – sehen nicht ein, warum sie diese hohen Preise für diese Luxusartikel aus Europa zahlen sollen. Zudem gibt es seit einiger Zeit den gaochao-Trend, worunter man die Bevorzugung chinesischer Produkte versteht.

Das Online-Magazin Jing Daily hat mehrere chinesische Labels ausgemacht, die derzeit vor allem bei der Generation Z erfolgreich im Trend liegen: „These brands signal a broader shift toward highly inidvidualistic, experimental, and concept- driven design.They appeal to a generation that prioritizes self-expression, digitally native aesthetics, and subcultural fluency.“

Hier eine Übersicht über diese aktuellen chinesischen Designer und ihre Marken:

  • Sushu/Tong: Dieses Label wurde 2015 von Liushu Lei und Yutong Jiang gegründet (Teile ihres Namens sind in dem Namen des Labels enthalten). Sie stammen beide aus Chengdu, gingen sogar auf dieselbe Schule. Später studierten sie zusammen erst an der Donghua Universität in Shanghai Modedesign, danach wechselten sie ans London College of Fashion. Als sie nach dem Studium in London kein Visum mehr für UK bekamen, gründeten sie in Shanghai ihr eigene Modefirma. Sie verkauften erst über soziale Medien, im Juli 2022 eröffneten sie dann ihren ersten Store im JC Plaza in Shanghai. Ihre ultrafeminine Mode arbeitet mit Schleifen, Puffärmeln, Rüschen und plissierten Rücken. Sie erinnert sehr stark an japanische Schuluniformen.
  • Yvmin ist eine sehr experimentierfreudige chinesische Schmuck-Marke. Das Unternehmen wurde 2013 von Zhang Xiaoyu und Li Min gegründet. Sie haben beide an der Central Academy of Fine Arts studiert. Warum sie sich für Schmuck statt für textile Mode entschieden haben, erklären sie so: „We have selected jewellers as the core focus because it is less restricted by functionally demands.“
  • Nodress wurde von Yu Luqi gegründet. Es ist eine avantgardistische Modemarke mit provokativem Design. Yu Luqi lässt sich von der Street Fashion der 90er Jahre in China und Japan inspirieren und hat keine Angst vor kontrastierendenden Kombinationen. 
  • Ming Ma ist ein Designer aus Shanghai. Er studierte am Central Saint Martens und startete 2018 das Label, das seinen Namen trägt. Gleich seine erste Kollektion wurde von der Kette Lane Crawford ins Programm genommen.
  • Rocksteady ist eine schräge Männermode-Marke, die sehr stark von der Subkultur beeinflusst ist, insbesondere dem Punk. Die Brand gibt es seit 2021. Gegründet wurde sie von Payn, der einst an der University of Southern California Los Angeles studierte. Er bezeichnet die DNA der Marke wie folgt: „dark, elegant, evil-looking, punk, unrestrained, self-centered.“
  • Pet Tree Kor ist ebenfalls eine Männermode-Marke, die sich aber von Rocksteadys schrillem Outfit deutlich unterscheidet. Das Label wurde 2021 in Shanghai von den drei Designern Xinyu, Wanqing und Dong gegründet, die einen sehr funktionalen-schlichten Stil bevorzugen.

Neben diesen sechs Marken nennt Jing Daily noch weitere Brands, die man beobachten sollte: Sunset Park, Dotyears, Scry, Bhive und Hudiegongzhu.

Info:

In diesem Artikel von Jing Daily werden die Designer und ihre Produkte in Wort und Bild vorgestellt: https://jingdaily.com/posts/which-brands-are-chinese-gen-z-wearing-in-2026

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