DOKU I IWF-Report

Einmal im Jahr besuchen Teams des Internationalen Währungsfonds (IWF) ihre jeweiligen Mitgliedsländer und schreiben danach einen Bericht über die wirtschaftliche Lage des betreffenden Landes. Das sind die sogenannten Artikel-IV-Konsultationen. Auch Chinas Wirtschaft wird regelmäßig inspiziert. Doch wegen Covid konnte das zwölfköpfige IWF-Team unter Leitung von Sonali Jain-Chandra nicht persönlich vor Ort recherchieren. Deshalb fanden die Konsultationen zwischen dem 2. und 16. November per Videokonferenzen statt. Erschwerend kam hinzu, dass während der Erstellung des Reports China seine Covid-Strategie radikal änderte. Der am 3. Februar veröffentlichte, 134 Seiten starke Report versuchte dies zu berücksichtigen. Deshalb korrigierte der IWF auch seine Wachstumsprognose für 2023 nach oben – nämlich auf 4,2 Prozent. Ein wichtiger Grund: „…the full lifting of Covid measures is expected to eventually boost private demands”. Sie setzen also auf den privaten Konsum als Wachstumstreiber, fordern deshalb auch „greater support for households“. Sorgen bereitet den IWF-Autoren die weiterhin ungelöste Immobilienkrise. Sie fordern, der Staat solle mehr Mittel für die Fertigstellung von ins Stocken geratenen Bauprojekten zur Verfügung stellen. Kritisiert wird die nicht vorhandene Wettbewerbsneutralität zwischen Staats- und Privatunternehmen. Die nicht besonders innovativen und produktiven SOEs (state-owned enterprises) würden von der Regierung stark bevorzugt im Gegensatz zu den Privatunternehmen. Die Folge sei eine „declining business environment“.

Info:

Hier kann der IWF-Bericht zu China heruntergeladen werden: https://www.imf.org/en/Publications/CR/Issues/2023/02/02/Peoples-Republic-of-China-2022-Article-IV-Consultation-Press-Release-Staff-Report-and-529067

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