CHINAHIRNliest…

….Xi Jinping – Der mächtigste Mann der Welt von Stefan Aust und Adrian Geiges. Der Titel verspricht eine Biographie über den aktuellen, dauerregierenden KP-Chef. Doch es ist mehr als das. Es ist auch ein Buch über das immer mächtiger werdende China und darüber, wie wir in Deutschland, wie wir im Westen mit diesem China umgehen sollen. Dabei fuchteln die beiden Autoren nicht mit dem moralisierenden Zeigefinger, um Chinas Führung unter Xi zu ermahnen, doch gefälligst so zu werden wie wir. Es ist keines dieser belehrenden China-Bücher, von denen es inzwischen genug auf dem Markt gibt. Es ist im besten Sinne ausgewogen. Aust und Geiges kritisieren China dort, wo es notwendig ist. Aber sie verschweigen auch nicht die Erfolge des Landes. Sie liefern Fakten und Informationen, aber keine finalen Urteile. „Wir nehmen bewusst keine Wertung vor“, sagt Adrian Geiges (siehe das folgende Interview). Seine Meinung über Xi Jinping und China soll sich der Leser nach der Lektüre selber bilden. Und dafür bietet das Buch genügend Anschauungsmaterial, das gut präsentiert wird. Das Buch ist flott geschrieben, schließlich waren ja zwei erfahrene journalistische Profis am Werk. Nur zwei eingeschobene seitenlange Interviews – darunter eines mit dem damaligen KP-Chef Jiang Zemin – die Stefan Aust vor Jahren in China geführt hat, stören. Der Leser sollte großzügig über diese kleine Eitelkeit hinweghuschen, um sich intensiver den vielen anderen, wichtigeren Seiten dieses informativen Buches zu widmen.  

 

Info:

Stefan Aust/Adrian Geiges: Xi Jinping – Der mächtigste Mann der Welt, Piper, 288 Seiten, 22 Euro.

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