CHINAHIRNliest…

“Die Rätsel Chinas – Wiederaufstieg einer Weltmacht“ von Wolfgang Müller. „In Deutschland grassieren Vorurteile, Halbwahrheiten und Einseitigkeiten über China und die Chinesen“, erklärt Wolfgang Müller im Vorwort seines Buches. Gegen dieses ignorante Trio schreibt er in den nächsten rund 160 Seiten an. Wenn man so will, ist es das Anti-Buch zu Mareike Ohlbergs „Lautlose Eroberung“ und Thomas Reicharts „Das Feuer des Drachen“. Ja, Wolfgang Müller preist – so der Titel des ersten Kapitels – „die erstaunliche Erfolgsgeschichte Chinas der letzten Jahrzehnte“, aber es ist deswegen kein Jubelbuch. Gleich im nächsten Kapitel prangert er die immer stärker werdende Ungleichheit und den obszönen Reichtum der Milliardärsclique an. Interessant ist das (sechste) Kapitel über Huawei, in dem Müller, der lange Jahre als Softwareentwickler gearbeitet hat, den Amerikanern und Europäern nachweist, dass sie durch eigene Fehler Huawei stark gemacht haben und sich jetzt durch unbewiesene Spionagevorwürfe rächen wollen. Müller relativiert und widerspricht vielen gängigen Thesen des – ich scheue mich, diesen Begriff zu verwenden – Mainstream über China. So mag er auch nicht den Begriff des neuen Kalten Krieges. „Die Volksrepublik will nicht das eigene Politik- und Wirtschaftssystem des ,Sozialismus mit chinesischer Prägung´ exportieren. Sie will keine ideologische Bekehrung und keinen Regimewechsel.“ Was sie stattdessen will: „international mehr Einfluss und mehr Respekt gegenüber den chinesischen Interessen.“ Und das sei legitim für ein Land, das wirtschaftlich eine Weltmacht sei, und politisch und militärisch eine Großmacht.

Info:

Das Buch „Die Rätsel Chinas – Wiederaufstieg einer Weltmacht“ ist soeben im VSA Verlag erschienen, hat 160 Seiten und kostet 14,80 Euro.

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