Es ist bekannt, dass Chinas Banken viele Kredite vor allem an Staaten der Dritten Welt geben. Weniger bekannt ist, zu welchen Konditionen das geschieht. Das hat nun ein internationales Forschungsprojekt unter Beteiligung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft untersucht. Eines der wichtigsten Ergebnisse: “Chinas Staatsbanken verlangen für Kredite an Schwellen- und Entwicklungsländer oft umfangreiche Sicherheiten, die über die typische Absicherung zwischen Staaten hinausgehen und den Anforderungen privater Geldgeber ähneln.“Demnach hätten chinesische Banken Zugriff auf liquide und gut kontrollierbare Sicherheiten, insbesondere auf Bargeld auf Sperrkonten in China, die meist aus Rohstofferlösen des Schuldnerlands gespeist werden. Die mit den Krediten finanzierte Infrastruktur, wie etwa Flughäfen oder Eisenbahnen, werde dagegen nur selten als Sicherheit genutzt. „Wir waren überrascht, wie weitreichend und systematisch sich chinesische Gläubiger über liquide Sicherheiten absichern“, sagt Christoph Trebesch, IfW-Forschungsdirektor und einer der sechs Co-Autoren. „Damit untergräbt China die Gleichbehandlung von Gläubigern und schwächt die Schuldenregeln, auf die sich die internationale Gemeinschaft verständigt hat.“
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Hier kann das IfW-Working Paper heruntergeladen werden: https://www.ifw-kiel.de/publications/how-china-collateralizes-34381/