ESSEN I Der Burger-Boom

Burger sind in China derzeit der große Renner. Es dominieren noch die bekannten großen amerikanische Ketten, aber chinesische Filialisten wie Wallace and Tastien holen auf. Zudem drängen immer mehr Seiteneinsteiger in den boomenden Burger-Markt – wie zum Beispiel die Hotpot-Kette Haidilao.Die Restaurant-Kette Haidilao ist für ihre Hotpots bekannt. Das einst von Zhang Yong gegründete Unternehmen ist in China die Nummer Eins beim Feuertopf, einer Art chinesisches Fondue. Doch inzwischen stockt das Geschäft mit dem beliebten Hotpot. Im vergangenen Jahr stagnierte der Haidilao-Umsatz bei rund 43 Milliarden Yuan. Ein Zustand, der die Manager des Unternehmens zum Nachdenken anregte. Ergebnis: Sie steigen ins Burger-Business ein. Das erste Lokal mit dem Namen Huanxianbao wurde vor kurzem in Wuhan eröffnet. Dort wurden die ersten „Fresh Burger“ zu Preisen zwischen 19,90 und 41,90 Yuan serviert.

Die Haidilao-Strategen sind freilich nicht die einzigen, die sich auf dieses neue Segment stürzen. „Seemingly every restaurant chain now wants an burger of its own“, schreibt der Marketing-Experte Mark Tanner in seinem Newsletter China Skinny. Als Beispiele nennt er neben Haidilao die Kaffeekette M Stand, der Eiskremeverkäufer DQ und die Reisnudel-Kette Anxiang. Sie alle bieten Burger in den verschiedensten Variationen an.

Dabei stossen sie auf einen von Platzhirschen beherrschten Markt. An erster Stelle sind dabei die beiden amerikanischen Fastfood-Giganten McDonalds und Kentucky Fried Chicken (KFC), die seit über 35 Jahren auf dem chinesischen Markt aktiv sind. KFC hat über 13 000 Filialen, McDonalds über 7 700 Filialen und will allein dieses Jahr weitere 1000 eröffnen. Auch Wendy‘s, das den chinesischen Markt verlassen hatte, kehrte im ersten Halbjahr 2026 wieder zurück. In den nächsten zehn Jahren will Wendy‘s rund 1000 neue Filialen eröffnen. Neben diesen US-Konzernen haben sich inzwischen auch zwei chinesische Burger-Ketten längst einen Namen gemacht: Wallace mit 19 400 Filialen und Tastien mit über 12 500 Filialen. Vor allem Tastien bietet chinesische Burger an. Nochmals Mark Tanner: „It’s success was largely due to from adapting a Western burger to Chinese tastes, cooking cues and ideas of freshness.”

Für Tanner wiederholt sich in China auf dem Burger-Markt eine Entwicklung, die bereits auf dem Kaffeemarkt stattgefunden hat: Ein westliches Produkt wird dem chinesischen Geschmack angepasst. In vielen Kaffeeketten Chinas werden dem braunen Getränk Zutaten beigemischt, die dem europäischen Kaffeetrinker sehr seltsam vorkommen. Das gleiche passiert nun bei den Burgern, zwischen dessen beide Teigscheiben allerlei Exotisches gepresst werden.

 

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