REPORT I China-Schock

Zwei Reports bzw. Studien beschäftigen sich mit dem sehr aktuellen Thema „China-Schock 2.0“. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) sieht in seinem Report „Globale Ungleichgewichte“ vor allem China als den Hauptschuldigen für das hohe Handelsdefizit, das die EU und Deutschland mit China haben. Ursache sei vor allem die unterbewertete chinesische Währung, wodurch chinesische Waren auf den Weltmärkten viel zu günstig angeboten werden können. Das IW-Team um Jürgen Matthes taxiert die Unterbewertung des Yuan auf zwischen 20 und 30 Prozent, was einen Aufwertungsbedarf zwischen 25 und 43 Prozent impliziere. Das IW fordert deshalb von China eine entsprechende Aufwertung des Yuan. Sollte China dem nicht nachkommen, soll die EU Ausgleichszölle erheben, was aber „kein Protektionismus“ sei. Die Autoren des Reports „Competing with China in third markets“ (Kiel Policy Brief) sehen hingegen nicht nur China als Verursacher des hohen Handelsdefizits

Die Diagnose müsse auch Europas Wettbewerbsschwäche miteinbeziehen, fordern Sonali Chowdhry, Katharina Erhardt und Julian Hinz: „Domestic and European competitiveness challenges also play an important role.“ Die Autoren fordern deshalb, nicht nur auf handelspolitische Maßnahmen zu setzen: „Trade policy cannot fix these homemade issues, which rather require political will for deepening the single market and large-scale investment.“

Info:

Hier der Link zur IW-Studie: https://www.iwkoeln.de/studien/juergen-matthes-gero-kunath-samina-sultan-globale-ungleichgewichte-wo-liegen-die-groessten-anpassungslasten.html

Und hier der Link zum Kiel Policy Brief:  https://www.kielinstitut.de/publications/competing-with-china-in-third-markets-19891/

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