Seit der berühmten Davos-Rede von Kanadas Premier Mark Carney ist der Begriff der Mittelmächte in der Diskussion. Er plädierte für eine engere Zusammenarbeit der Mittelmächte angesichts der Dominanz der beiden Supermächte USA und China. Doch diese Kooperation gibt es schon bereits seit langem. Darauf weist ein Report des Quincy Institute for Responsible Statecraft in Washington hin. „Middle powers building mutual networks that ´work around´ great powers such as the United States and China”, heißt es in dem Report. Das vierköpfige Autorenteam, zu dem auch Maximilian Mayer (Uni Bonn) zählte, untersuchte das „workarounding“ von 24 tech middlepowers seit 1990 und stellte vor allem ein rapides Anwachsen der Zusammenarbeit seit 2000 fest. „Workarounding“ definieren sie als eine „pragmatic, flexible, and interest-based cooperation that excludes superpowers like the US and China”. Zu den wichtigsten tech middle powers zählen sie Deutschland, Frankreich, Indien, Südkorea, Japan, Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Sie arbeiten in vielen Bereichen zusammen: Handel, Supply Chain, Forschung und Militär. Diese Kooperation – so argumentieren die Autoren – „provides middle powers with strategic space and maneuverability, working with the US or China when it advances a country’s self-interest while building separate channels to reduce exposure, improve bargaining power, and keep critical sectors moving amid
great power instability.“
Info:
Hier kann man den Quincy Brief No. 100 herunterladen: https://www.cassis.uni-bonn.de/de/publikationen/copy5_of_bonn-future-lab-report-2025