Im März beginnt die neue Saison in der chinesischen Top-Fußballliga, der Chinese Super League (CSL). In China – anders als in den Ligen Europas – erstreckt sich die Saison über das Kalenderjahr. Diesmal kann man schon vor dem ersten Spieltag eine Tabelle aufstellen. Darin werden mehrere Teams mit Punktabzügen auftauchen. Der amtierende CSL-Sieger Shanghai Port wird mit fünf Minus-Punkten in die neue Saison gehen, Lokalrivale Shanghai Shenhua gar mit zehn Minuspunkten, ebenso wie Tianjin Jinmen Tiger. Auch das Renommierteam der Hauptstadt, Beijing Guoan, wurde bestraft. Insgesamt wurden 13 Mannschaften in den oberen Ligen mit Punktabzügen plus Geldstrafen belegt. Das gab die Chinese Football Association (CFA) auf einer Pressekonferenz am 29. Januar in Beijing bekannt. Neben den 13 Clubs wurden auch 73 Personen mit Geldstrafen und Sperren sanktioniert. Darunter als prominenteste Namen der ehemalige Nationaltrainer und Mittelfeldspieler des FC Everton Li Tie sowie der ehemalige CFA-Präsident Chen Xuyuan. Die beiden wurden allerdings schon von ordentlichen Gerichten zu 20 Jahren bzw. lebenslanger Haft verurteilt. Auch der ehemalige Nationalspieler Wang Dong wurde lebenslang gesperrt. Er hatte erst vor elf Tagen das Traineramt beim Drittligisten Changchun Xidu übernommen.
Die drastischen Strafen für Vereine, Spieler, Trainer und Funktionäre haben einen Grund: Korruption. Sie ist im chinesischen Fußball quasi systemimmanent. Seit Jahren werden Spiele manipuliert. Immer wieder gab es Sanktionen und Strafen, aber es änderte sich wenig. Jetzt greift der Verband mit aller Härte durch. So viele Vereine und Funktionäre wurden noch nie bestraft. Die Untersuchungen wurden diesmal vom Ministerium für öffentliche Sicherheit und der General Administration of Sport of China durchgeführt. Der aktuelle CFA-Präsident Song Kai sagte bei der Pressekonferenz, dass der Kampf gegen Korruption und Spielabsprachen allerhöchste Priorität habe: „We will maintain a strict zero tolerance stance against such illegal activities.”