Georg Stieler ist einer der besten Kenner der chinesischen Robotik-Szene. Er hat BWL in Mannheim und an der Tongji Universität in Shanghai studiert. Seit 2010 lebt der Deutsche mit seinem eigenen Unternehmen als Berater in China und beschäftigt sich seitdem mit der Automatisierung von Produktionsprozessen, was häufig den Einsatz von Robotern bedeutet. Anfangs waren europäische Firmen wie Kuka (inzwischen in chinesischem Besitz) und ABB (im Herbst 2025 an die japanische Softbank verkauft) auf diesem Gebiet führend. Aber inzwischen haben die Chinesen aufgeholt und uns überholt. Über diese Entwicklung sprach Stieler Anfang des Jahres mit Kyle Chan (Brookings) in dessen neuem Podcast „High Capacity“. Es sind unbequeme Wahrheiten, die Experte Stieler dort verkündet: „You cannot build a competitive battery manufacturing plant in Europa without Chinese know how these days.“ Der Know-How-Fluss habe sich umgekehrt. Nun müssten wir von den Chinesen lernen – auch was die Geschwindigkeit anbetrifft: „In China you can build a factory and take it into operation faster than you get the approval in Germany.“ Er sieht immer mehr chinesische Robotikhersteller, die auf die internationalen Märkte drängen und nennt dabei Namen, die hierzulande die meisten noch nie gehört haben. Deshalb hier schon mal zur Nachhilfe ein paar Beispiele: Estun, Siasun, Inovance, Rokae. Bei sogenannten collaborative robots nennt er die Firmen Elite, Obo sowie Yaka und bei den Humanoiden Unitree, X Square, TAS und Agibot.
Info:
Hier geht es zum Podcast „High Capacity“ mit Georg Stieler: https://podcasts.apple.com/de/podcast/chinas-robotics-and-industrial-automation-with/id1864408706?i=1000742812829