Lateinamerika, das von Mexiko bis Feuerland reicht, wird traditionell etwas flapsig als Hinterhof der USA bezeichnet. Die USA nennen es offiziell anders – Western Hemisphere. Seit der berühmten Monroe-Doktrin von 1823 betrachten die USA alles südlich von ihr als ihr Einflussgebiet. Das hat gerade US-Präsident Donald Trump nochmals bestätigt. Aber wie sieht es die Bevölkerung in Lateinamerika? Die große Mehrheit hält nicht viel von Trump und seiner aggressiven Lateinamerika-Politik. Das ergab die Auswertung des jährlichen Latinobarómetro. Danach ist in 15 der 17 lateinamerikanischen Länder das Ansehen der USA gesunken. Spiegelbildlich ist der positive Blick auf China in 15 der 17 Staaten gestiegen. Nur in Ekuador und Panama ist das Ansehen Chinas leicht gesunken. Für die britische Zeitschrift The Economist hat dieses Ergebnis eine historische Dimension: „For the first time, in a historically pro-American region, more Latin Americans now see China´s influence as positive as that of the United States.”
Info:
Die Ergebnisse des Latinobarómetro kann man in der spanischen Zeitung El Pais hier nachlesen: https://elpais.com/chile/2026-10-02/china-supera-a-estados-unidos-en-la-percepcion-de-influencia-positiva-en-america-latina.html