Dass China weltweit in Häfen investiert, ist bekannt. In. Deutschland wurde diese Tatsache spätestens ein Thema, als der staatliche Logistikkonzern Cosco bei einem Containerterminal im Hamburger Hafen einsteigen wollte und dies dann auch tat. Dass China aber auch an Flughäfen in unterschiedlichster Form beteiligt ist, ist dagegen weniger bekannt. Bis heute ist und war China an 60 Flughafen-Projekten beteiligt. Dies ergab eine Fleißarbeit des Council on Foreign Relations (CFR), der soeben eine interaktive Map vorstellte, auf der alle chinesischen Investments an Flughäfen in aller Welt verzeichnet sind. Der „China Overseas Airport Tracker“ listet insgesamt 60 Projekte auf, von denen allerdings nur 46 noch aktiv sind. Neun wurden gecancelt, vier verkauft und eines auf unbestimmte Zeit verschoben. In Europa am bekanntesten dürfte das gescheiterte Projekt in Toulouse sein. Dort bekam China Airport Synergy Investment Ltd. im Jahr 2015 knapp 50 Prozent am Flughafen der südfranzösischen Stadt. 2019 wurde der Einstieg jedoch von einem französischen Gericht untersagt. Die Projekte reichen vom Londoner Mega-Airport Heathrow (dort ist China mit zehn Prozent beteiligt) bis zur Landebahn auf Kanton Island in dem Pazifikstaat Kuribati. Die meisten Projekte sind in Sub-Sahara-Afrika. An keinem Projekt hat China die Mehrheit. Alle Airports haben Dual-Use-Potential, könnten also auch militärisch genutzt werden. „However, we do not find any evidence suggesting Chinese entities explicitly intend to prepare overseas airfields for military use by the PLA”, schreibt Zongyuan Zoe Liu (CFR).
Info:
Hier kann man den „China Overseas Airport Tracker“ des CFR downloaden: https://www.cfr.org/articles/tracking-chinas-investment-airports