Li Chenggang (59), stellvertretender Handelsminister und International Trade Representative des Handelsministeriums (Mofcom), wurde am 20. September zum International Trade Representative of the Peoples Republic of China ernannt. Li, der die Handelsverhandlungen mit den USA führt, wird mit diesem neuen Titel aufgewertet – auch gegenüber seinem amerikanischen Verhandlungspartner Jamieson Greer, der den Titel US Representative of Trade (USTR) trägt.
Li Lecheng (61), seit April 2025 Minister für Industrie und Informationstechnologie (MIIT), wird neuer Parteichef der Provinz Anhui. Die einst als arm eingestufte Provinz in der Mitte des Landes hat sich in den vergangenen Jahren zu einem veritablen Technologiestandort entwickelt. Insbesondere die Hauptstadt Hefei ist ein Zentrum vieler Projekte in der Quantentechnologie, aber auch in der Kernfusion und der Autoproduktion.
Zhang Youxia (76) und Liu Zhenli (62), wurden aus der Partei und der Volksbefreiungsarmee (VBA, englisch: PLA) ausgeschlossen. Das hat das Politbüro beschlossen. Gegen beide laufen seit Januar Ermittlungen wegen schwerer Verstöße gegen Disziplin und Gesetze. Ihnen wird Korruption, Amtsmissbrauch und Illoyalität gegenüber der Partei vorgeworfen. Zhang war Vizevorsitzender der Zentralen Militärkommission (ZMK) und galt als Vertrauter Xi Jinpings. Auch Liu war Mitglied der ZMK.
Michael Backes (48) ist nicht mehr wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit Cispa. Er und Cispa kamen in die Kritik, weil das Institut angeblich zu lasch im Umgang mit chinesischen Wissenschaftlern gewesen sei. In einem soeben fertiggestellten Bericht der KPMG werden fehlende Schutzmaßnahmen sowie Kooperationen mit chinesischen Partnern kritisiert, die als risikobehaftet eingestuft werden. Es habe allerdings keine konkreten Rechtsverstöße gegeben. Kurz nach Veröffentlichung des Berichts trennten sich Backes und die Gesellschafter (Bund und Saarland) „einvernehmlich“.
Karl Wehner verlässt nach zehn Jahren seinen Job als Deutschland-Chef von Alibaba. Der Bayer mit der sonoren Stimme war in diesem Zeitraum Mr. Alibaba in Deutschland, der Schweiz und Österreich. In einem „Abschiedsbrief“ auf Linkedin erzält er, wie er schon nach einem Jahr den legendären Firmengründer Jack Ma in Berlin getroffen hat. Dieser sagte zu ihm damals: “Oh, one year – so you are a survivor. When you reach two years, you will think you go crazy. After three years, you will understand.” Nun sagt Wehner: “Ich glaube, ich verstehe ein bisschen mehr und ich bin sehr dankbar für diese Reise.“ Wo die nächste Station seiner Reise sein wird, hat Wehner noch nicht verraten.