Jim O‘Neill ist der Erfinder des Akronyms BRIC. Er entwickelte diesen Begriff 2003, als er Head of Global Economics Research
bei Goldman Sachs war. Ein paar Jahre später formten sich die vier Staaten Brasilien, Russland, Indien und China zu einem losen Block BRIC. Später kam Südafrika hinzu und aus BRIC wurde BRICS. Inzwischen hat BRICS zehn Mitglieder, die vor allem wirtschaftlich kooperieren. Immer wieder tauchte dabei die Frage auf, ob diese Staaten auch eine gemeinsame Währung haben sollten. „I have generally dismissed the idea“, schreibt Jim O’Neill in einem Beitrag für Project Syndicate. Aber nun denke er anders: “I have begun to challenge my own thinking in recent months, for a few reasons.” In dem Artikel nennt er vier Gründe. Erstens habe sich Xi Jinping dafür ausgesprochen, dass die chinesische Währung Yuan eine größere Rolle als globale Währungsreserve spielen solle. Zweitens hätten einige Chefs der BRICS-Staaten ihre Opposition zur Dominanz des Dollars deutlich gemacht. Drittens nennt er den „Trump effect“: „Trump has been waging war on the very institutions, that underpin the dollar’s dominance.” Viertens habe er inzwischen Zweifel, ob eine globale Währung unbedingt – wie bislang behauptet – freien Kapitalverkehr erfordere. Mit seinem Artikel hat O‘Neill eine interessante Debatte eröffnet.
Info:
Hier geht es zu dem Artikel „Could a BRICS Currency Work?“ in Project Syndicate: https://www.project-syndicate.org/commentary/brics-currency-by-jim-o-neill-2026-02