POLITIK I …und Merics-Chef Mikko Huotari auch

Huch, das ist doch Mikko Huotari, den ich da bei meinem täglichen Scrollen durch die Linkedin-Posts entdecke. Er ist dort auf einem Selfie auf irgendeinem Flughafen zu sehen. Es ist nicht genau erkennbar, wo das ist: Berlin, Beijing oder Shanghai? Auf die Schnelle war er nicht erreichbar, um das aufzuklären. Aber das ist letztendlich auch gar nicht wichtig. Viel wichtiger war die Botschaft, die er im Text unter dem Selfie übermittelte: “Glad to be back in Berlin after an intense week in Beijing and Shanghai and a refreshing dose of frank and productive exchanges with Chinese peers, friends, colleagues, business representatives and officials.“ Huotari war also in China. Das ist eine Meldung wert, denn Huotari ist Chef des Mercator Instituts on China Studies (Merics) mit Sitz in Berlin. Und das ist seit knapp fünf Jahren von der chinesischen Regierung sanktioniert, was auch ein Einreiseverbot nach China beinhaltet. Am 22. März 2021 verhängte das chinesische Außenministerium gegen zehn Personen – darunter einige Europaparlamentarier – und vier Institutionen – darunter Merics – diese Sanktionen. „Den Betroffenen und ihren Familien ist es verboten, das chinesische Festland, Hongkong und Macao zu betreten“, teilte damals das chinesische Außenministerium  mit.“ Es war eine Gegenmaßnahme der chinesischen Regierung, weil die EU kurz zuvor  Sanktionen gegen einige chinesische Beamte und Politiker ausgesprochen hatte, die an der Unterdrückung der Uiguren in Xinjiang beteiligt gewesen sein sollten. Warum landete Merics im Kreis der Sanktionierten? Der Thinktank gilt in offiziellen chinesischen  Kreisen als zu china-kritisch. Die Merics-Führung sieht das natürlich anders: „Als unabhängiges Forschungsinstitut wollen wir zu einem besseren und differenzierten Verständnis Chinas beitragen.“ Über vier Jahre hielten die chinesischen Sanktionen an. Dann wurden im April 2025 vier Europaparlamentarier von der Sanktionsliste gestrichen, im Juli 2025 dann auch Ex-MdEP Reinhard Bütikofer. Und just im Juli durfte auch Mikko Huotari zum ersten Mal wieder nach China reisen. Auf Einladung eines chinesischen Thinktanks hielt er sich vom 14. bis 17. Juli low profile in Beijing  auf. Seine eben im Januar erfolgte Reise  war also bereits seine zweite China-Reise. Die Sanktionen gegen Merics sind aber immer noch nicht aufgehoben. Pragmatismus nach chinesischer Art.  

No Comments Yet

Comments are closed